Nachruf

Ein Drittel von Peter, Paul and Mary

Peter Yarrow (1938-2025) Foto: picture alliance / Globe-ZUMA

Peter Yarrow war Peter von Peter, Paul and Mary. Der Sänger, Gitarrist und Aktivist, der am Dienstag in seinem Geburtsort New York im Alter von 86 Jahren an Blasenkrebs starb, war zudem einer der Pioniere des amerikanischen Folk-Revivals der 1960er und 70er Jahre. Ein abwechslungsreiches Leben führte er definitiv – und er beglückte Millionen mit Songs.

Das Trio Peter, Paul and Mary war eine der Formationen, die nicht nur von hoch motivierten Musikern gegründet wurden, sondern auch von einem Manager, dessen Geschäftssinn ausgeprägt war.

Der Jude Yarrow studierte in den 1950er-Jahren an der Cornell University in Ithaca (Bundesstaat New York), wo er Vorlesungen besuchte, die sich mit »American Folk Literature« befassten. Dort sammelte er auch Erfahrung, indem er singend vor vielen Menschen auftrat. Dies würde ihm schon bald zugutekommen.

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Foto an der Wand

In dieser Zeit traf er den ebenfalls jüdischen Musikmanager Albert Grossman. Mit ihm saß er eines Tages in einem Folklore-Zentrum in Greenwich Village, als Grossman ungefragt eine Idee formulierte: Es ging dabei um die Gründung einer aus drei Musikern bestehenden Gruppe, die poppige Folk-Songs zum Besten geben sollte.

So kam es dann. Ein Drittel des Trios saß bereits neben Grossman: Peter Yarrow. Ihm fiel während des Treffens ein Foto an der Wand auf, das eine blonde Frau zeigte. »Wer ist das?«, fragte er sein Gegenüber. Die als »schmerzhaft introvertiert« geltende Sängerin Mary Travers wurde das zweite Drittel von Peter, Paul and Mary. Mit Noel Paul Stookey stand wenig später auch der Dritte im Bunde fest.

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Schon 1962 war die erste Langspielplatte fertig, die noch in Mono aufgenommen wurde. Das erste Lied auf der Vinyl-Scheibe mit dem Titel »Early in the Morning« war ein traditioneller Folk-Song, in dem es um Gott und das Beten ging. Schon dieses Album enthielt auch spätere Hits wie »If I Had a Hammer« und »Lemon Tree«. Letzterer Song von Pete Seeger behandelte ein soziales Thema.

Auftritte mit Tochter

Das Konzept des Trios bestand darin, eigene Songs, neu aufgelegte Folk-Klassiker und Stücke von Bob Dylan aufzunehmen und auf Bühnen zu spielen. Dies klappte wie am Schnürchen. Wem die im selben Jahr gegründeten Rolling Stones zu rockig waren, wer die zwei Jahre zuvor erstmals zusammengekommenen Beatles mit ihren langen Haaren ungezogen fand, hörte mit Peter, Paul and Mary eine Gruppe, die gesitteter ’rüberkam – in einer Zeit, in der dies für viele Menschen in Europa und Nordamerika ein wichtiger Aspekt war.

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Mit Paul und Mary interpretierte Peter Yarrow auch »Blowin’ in the Wind« von Bob Dylan, der damals noch »A Complete Unknown« war. Er selbst trug als Komponist und Text-Schreiber zu weiteren Songs bei, darunter »Puff the Magic Dragon« und »Day is Done«.

Nach dem vorläufigen Ende von Peter, Paul and Mary trat Yarrow oft mit seiner Tochter Bethany auf. Mit Rufus Cappadocia gründeten sie das Trio Peter, Bethany & Rufus. Auch spielte er in dem Film »While We’re Young« eine tragende Rolle.

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Begnadigt von Carter

Ein weniger rühmliches Kapitel war ein dreimonatiger Gefängnisaufenthalt wegen sexuellen Missbrauchs. Präsident Jimmy Carter, der vor wenigen Tagen im Alter von 100 Jahren starb, begnadigte ihn 1981. Yarrow entschuldigte sich für den Vorfall aus dem Jahr 1970, nachdem er ihn zunächst eine Weile lang nicht erwähnt hatte.

Peter Yarrows Vater Bernard, ein Anwalt, dessen ursprünglicher Nachname Yaroshevitz in Amerika angepasst wurde, und seine Mutter Vera, eine Lehrerin, waren jüdische Einwanderer aus der Ukraine. Ihre Familien ließen sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Providence (Bundesstaat Rhode Island) nieder.

Yarrow selbst trat immer wieder auch als Aktivist in Erscheinung. Der Musiker nahm in Washington D.C. am großen Marsch von Martin Luther King für Bürgerrechte teil. Auch wandte er sich aktiv gegen den Vietnam-Krieg, setzte sich für eine Aufnahme russischer Juden in den USA ein und nahm an Aktionen gegen Mobbing in der Schule teil. Auch »Occupy Wall Street« war eine weitere Bewegung, die er unterstützte.

Peter Yarrow hinterlässt seine Ehefrau Mary Beth, die er 1969 heiratete, sich später aber scheiden ließ, um sie 2022 erneut zu heiraten, sowie seine Kinder Betany und Christopher.

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