Nachruf

Marshall Brickman: Vom Banjo-Spieler zum Regisseur

Marshall Brickman (1939 - 2024) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Sowohl die amerikanische und die weltweite jüdische Community als auch die Filmwelt haben mit dem Tod von Marshall Brickman einen herben Verlust erlitten. Wie nun bekannt wurde, starb der Comedian und Regisseur am Freitag im Alter von 85 Jahren in seinem New Yorker Apartment.

Zwischen 1980 und 1986 führte er in drei sehr verschiedenen Kinoproduktionen Regie. Die Komödie »Simon« (1980) handelt von einem Universitätsprofessor, der sich für einen Außerirdischen hält. »Lovesick« (1983) ist ein Liebesfilm mit Dudley Moore und Elizabeth McGovern. »The Manhattan Project«, sein einziger Thriller, dreht sich um einen Teenager, der eine Atombombe baut.

Noch bekannter war Brickman als Kooperationspartner von Woody Allen, mit dem er Drehbücher für Filme wie »Manhattan« schrieb. Für »Die Stadtneurotiker« erhielten die beiden jüdischen Künstler sogar den Oscar für das beste Drehbuch. Die Writers Guild of America zeichnete das Werk gar als »witzigstes Drehbuch aller Zeiten« aus.

Geboren in Rio

Geboren wurde Marshall Jacob Brickman am 25. August 1939 in Rio de Janeiro. Seine Mutter Pauline war eine New Yorker Jüdin aus dem Flatbush-Viertel, sein Vater Abram Brickman der Sohn eines jüdischen Immigranten aus Polen. Als er 4 Jahre alt war, zog die Familie nach New York, und bezog an der Flatbush Avenue in Brooklyn eine Wohnung.

Lesen Sie auch

Nach seinen Wissenschafts- und Musik-Studien an der University of Wisconsin–Madison wurde er als Banjo-Spieler Teil einer Folk-Kombo namens The Tarriers. Sein früherer Klassenkamerad Eric Weissberg engagierte ihn dafür. Später wechselte er zu den New Journeymen über, deren Mitglieder Michelle und John Phillips schließlich mit The Mamas & the Papas weltberühmt wurden.

Sketche für Carson

Dann entschied sich Marshall Brickman für eine Karriere als Autor. Zunächst waren es Sketche für Fernsehproduktionen wie Johnny Carsons »The Tonight Show«. In dieser Zeit, den 1960er Jahren, traf er Woody Allen und begann, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Auch wagte er sich an den Broadway heran, indem er Co-Autor des Musicals »Jersey Boys« wurde. Auch bei »The Addams Family« hatte Brickman seine Finger im Spiel.

Seit 1973 war Marshall Brickman mit Nina Feinberg verheiratet. Er hinterlässt sie, seine Töchter Sophie and Jessica sowie fünf Enkel. im

Gesangswettbewerb

Hat neue ESC-Vorschrift Auswirkungen auf drohenden Israel-Boykott?

Diese Debatte lässt den Eurovision Song Contest nicht los: Einige Länder könnten auch die kommende Ausgabe des ESC aufgrund der Teilnahme des jüdischen Staates boykottieren. Nun gibt es eine neue Regel - sorgt diese nun für Ruhe?

von Daniel Zander  14.08.2026

TV-Kritik

Der Ring, der nie gelungen: Arte-Doku über Richard Wagner und sein monumentales Werk

Eine Arte-Dokumentation erzählt die Geschichte von Richard Wagners Gesamtkunstwerk und seiner Vereinnahmung durch die Nazis

von Manfred Riepe  13.08.2026

Exklusiv

Causa Georg Restle: Jetzt meldet sich WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni zu Wort

Felix Schotland, Mitglied im WDR-Rundfunkrat und im Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, beschwerte sich über einen X-Post des Journalisten Georg Restle. Nun bekam er eine Antwort

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026

Leipzig

Ausstellung mit Fotografien von NS-Deportationen

Mehrere Hunderttausend Menschen wurden in der NS-Zeit aus dem Deutschen Reich deportiert. Ein Forschungsprojekt sichert seit Jahren fotografische Dokumente. Einige zeigt jetzt das Leipziger Ariowitsch-Haus

 13.08.2026

Jubiläum

25 Jahre Jüdisches Museum Berlin: Risse in der Geschichte

2001 öffnete das Jüdische Museum seine Türen für die Öffentlichkeit. Der Bau des bekannten Architekten Daniel Libeskind stand da schon. Und spricht bis heute eine eigene Sprache

von Nikolas Ender  13.08.2026

NRW

Antisemitismus: Konzert der Rapper Kneecap in Oberhausen geplant, Absage gefordert

Die Veranstalter sagen, Vorwürfe der Terrorverherrlichung gegen die nordirische Band würden ernst genommen und »intensiv geprüft«. Eine Absage komme aber nicht infrage

 13.08.2026

Comics

Asterix’ Vater

Vor 100 Jahren wurde René Goscinny geboren. Der Erfinder des gallischen Dorfes hat mit seinem jüdischen Humor ein Genre neu erfunden

von Alexander Kluy  13.08.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  13.08.2026

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 12.08.2026