ESC

Überblick: So stimmten Publikum und Jury über Israel ab

Ein Mann wollte jüdische Menschen am ESC attackieren. Die Basler Behörden griffen frühzeitig ein. Foto: picture alliance / SIPA

13 mal zwölf Punkte, sechs mal zehn Punkte und noch einige Bewertungen im unteren Zahlenbereich: Summa summarum 297 Punkte hat Yuval Raphael mit ihrem Beitrag »New Day Will Rise« am Samstagabend im Publikumsvoting bekommen und kletterte somit vom 14. Platz zunächst auf den ersten. Zunächst, denn JJ (Johannes Pietsch) aus Österreich kam mit seinem Song »Wasted Love« mit 178 Publikumsstimmen auf den ersten Platz, da Österreich vorher schon eine hohe Jury-Punktzahl hatte.

Als beide Künstler in den entscheidenden letzten Abstimmungsminuten im Split Screen zu sehen waren, schienen es die 24-jährige Israelin und der gleichaltrige Österreicher selbst kaum zu glauben, was da gerade mit ihnen passierte. Zu aufregend waren die Tage und Stunden zuvor.

»Yuval, das ist riesig!«

Und dann, gegen ein Uhr nachts stand fest, dass Yuval Raphael Zweite werden würde. Sogar Netta Barzliai, die ein Video bei Instagram von sich und ihren Freunden postete, während sie die Abstimmung sah und mit vielen Teilnehmer auch Facetime machte, konnte nur immer wieder sagen »Yuval, das ist riesig!«.

Und das ist es auch. Israel hat die meisten Stimmen aus Europa bekommen: von Frankreich, Niederlande, Deutschland etwa. Auch Australien gab Yuval zwölf Punkte, Aserbaidschan, die Schweiz – das Publikum liebt Israel, daran können auch die giftigen Aufrufe im Vorfeld des Song Contests, die Israel von der 69. Ausgabe des Wettbewerbs ausschließen wollten, nichts ändern.

In welch großem Kontrast das Jury-Voting zu dem des Publikums steht, wird besonders in Belgien, Großbritannien oder der Schweiz deutlich: Denn dort gaben die Jurys für den emotionalen Beitrag »New Day Will Rise« null, das Publikum aber satte zwölf Punkte.

Die beste Einschaltquote seit 14 Jahren

Zufrieden war das Publikum, aber zufrieden waren auch die Sender, denn der ESC hat nach ARD-Angaben die beste Einschaltquote seit 14 Jahren erreicht. Laut Mitteilung lag der Marktanteil bei 46,8 Prozent, rechnet man die Übertragungen auf dem Ersten und beim Spartensender One zusammen. 

Durchschnittlich saßen 9,13 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer zum ESC 2025 vor dem Bildschirm. Weitere 2,165 Millionen Abrufe waren in den Event-Livestreams der ARD Mediathek und auf www.eurovision.de dabei.

»Besonders in der jungen Zielgruppe konnte das europäische Spektakel punkten«, so die ARD-Mitteilung. »Bei den 14- bis 29-Jährigen betrug der Marktanteil 78,8 Prozent und durchschnittlich 1,203 Millionen Zuschauer. Das ist der höchste Marktanteil in dieser Zielgruppe seit Beginn des Langzeittrends 1996.«

Der ESC mag vielleicht vorbei sein, aber er wird seine musikalischen Botschaften mit Sicherheit noch eine Weile in die Welt schicken. Auch in die jüdische Welt, denn Anfang Juni geht mit der Jewrovision das kleine Geschwisterchen des großen Contests an den Start.

Die Proben dafür laufen schon in den Jugendzentren. Und vielleicht schaut sich ja auch Yuval Raphael die Übertragung an? kat/dpa

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