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Daniel-Ryan Spaulding: Pro-israelischer Comedian aus Kanada in Deutschland

Daniel-Ryan Spaulding Foto: Official photo/im

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Daniel-Ryan Spaulding: Pro-israelischer Comedian aus Kanada in Deutschland

»Wenn wir Freiheit, Demokratie und säkulare Werte verteidigen wollen, dann sollten wir alle an der Seite Israels stehen«, sagt der Künstler, der auch zum Aktivisten wurde

von Imanuel Marcus  21.05.2026 11:00 Uhr

Der kanadische Stand-up-Comedian Daniel-Ryan Spaulding, der sich in den vergangenen Jahren zunehmend als lautstarker Unterstützer Israels und Kritiker antisemitischer Strömungen profiliert hat, kommt für mehrere Auftritte nach Deutschland. Der in New York lebende Künstler wurde zunächst mit satirischen Videos und Auftritten in der internationalen Comedy-Szene bekannt, sorgt inzwischen aber vor allem mit politischen Statements und proisraelischen Beiträgen in sozialen Netzwerken für Aufmerksamkeit.

Spaulding trat nach eigenen Angaben bereits in mehr als 50 Ländern auf und lebte mehrere Jahre in Berlin. Dort entwickelte er unter anderem die Webserie »It’s Berlin!«, in der er die Hipster- und Partyszene der Hauptstadt parodierte. Größere Bekanntheit im Internet erreichte er bereits 2014 mit einem satirischen Video über gesellschaftliche Doppelmoral gegenüber Homosexuellen.

Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 wandelte sich sein öffentliches Profil jedoch zunehmend vom Comedian zum politischen Aktivisten. Mit viralen Videos kritisierte Spaulding insbesondere westliche Hamas-Unterstützer und warf Teilen progressiver Milieus vor, islamistischen Terror zu relativieren. Einer seiner Beiträge wurde millionenfach angesehen.

Freiheit und Demokratie

In Interviews erklärte der homosexuelle Künstler mehrfach, ihn habe schockiert, wie stark antisemitische und antiisraelische Positionen gerade in liberalen und queeren Szenen vertreten seien. »Wenn wir Freiheit, Demokratie und säkulare Werte verteidigen wollen, dann sollten wir alle an der Seite Israels stehen«, sagte Spaulding unlängst in einem Interview mit »Ynet«.

Der Comedian betonte wiederholt, dass er weder jüdisch noch Israeli sei. Seine enge Verbindung zu Israel habe sich während seiner Zeit in Berlin entwickelt, wo er viele Israelis kennengelernt habe. Inzwischen sei er nach eigenen Angaben rund zehnmal in Israel gewesen und habe dort enge Freundschaften aufgebaut.

Besonders nach dem 7. Oktober habe er erlebt, wie sich frühere Bekannte von ihm abwandten. In einem Essay für das Magazin »Tablet« schilderte Spaulding ausführlich, wie ihm in Berliner linken und queeren Kreisen Feindseligkeit entgegengeschlagen sei, nachdem er sich öffentlich solidarisch mit Israel gezeigt hatte. Viele Reaktionen hätten ihn nachhaltig erschüttert.

»Ständiges Cybermobbing«

Er schrieb, ihn habe vor allem irritiert, dass Menschen aus liberalen Szenen den Terrorangriff der Hamas teilweise als Widerstand glorifiziert hätten. Aussagen wie »Vielleicht hätten sie kein Festival neben einem Freiluftgefängnis veranstalten sollen« seien ihm nach eigenen Angaben in sozialen Netzwerken begegnet. Die Reaktionen auf seine Solidarität mit israelischen Freunden bezeichnete er als »ständiges Cybermobbing«.

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Zugleich beschreibt Spaulding einen persönlichen Wandel im Blick auf den Nahostkonflikt. Früher habe er selbst viele negative Vorstellungen über Israel gehabt und den Staat als Unterdrücker betrachtet. Erst durch Reisen nach Tel Aviv und Jerusalem sowie Gespräche mit Israelis habe sich seine Sichtweise verändert. Nach eigener Darstellung begann er erst dadurch, sich intensiver mit Terrorismus, Antisemitismus und der Geschichte des Konflikts auseinanderzusetzen.

Inzwischen verbindet Spaulding politische Aussagen bewusst mit seinem Comedy-Programm. Seine Bühnenfigur »Power Gay« steht nach eigener Beschreibung für jemanden, der keine Angst hat, offen seine Meinung zu sagen. Sein gleichnamiges Solo-Programm lief Off-Broadway in New York und wurde später international gezeigt.

Israelfeindliche Propaganda

Neben Comedy-Auftritten engagierte sich Spaulding zuletzt auch bei Veranstaltungen für Angehörige israelischer Geiseln sowie bei israelbezogenen Events in den USA. Er moderierte unter anderem Diskussionen bei Veranstaltungen der israelischen Botschaft und trat bei Programmen im Umfeld der Vereinten Nationen auf. Bei der Tel Aviv Pride Parade erhielt er 2024 eine Auszeichnung für sein Engagement.

Der Comedian sorgt für Kontroversen. In Interviews griff er prominente Künstler und Aktivisten scharf an, denen er Antisemitismus oder eine Verbreitung israelfeindliche Propaganda vorwirft. Teile der internationalen Comedy- und Kulturszene seien seiner Ansicht nach ideologisch nach links außen gerückt und hätten dadurch den Blick für islamistischen Extremismus verloren.

Spaulding selbst sieht seine Rolle inzwischen nicht mehr nur als die eines Entertainers. Viele Menschen hätten Angst, sich öffentlich gegen Terrororganisationen zu positionieren, sagte er. Er wolle deshalb andere ermutigen, offen Stellung zu beziehen. Trotz zahlreicher Anfeindungen in sozialen Netzwerken wolle er seinen Kurs fortsetzen.

Für das »Tablet«-Magazin schrieb Spaulding unlängst über Hass aus der queeren Szene, mit dem er während seiner Zeit in Berlin konfrontiert worden sei: »Fast jeden Tag erhalte ich eine Nachricht von irgendeinem völlig fertigen, asozialen Berliner Hipster. Da war irgendein Mädchen mit verschwitzten grünen Haaren. Auf ihrem Profilbild war sie im BH zu sehen – mit Piercings, Tattoos und schwarzem Lippenstift –, wie sie an einem Messer leckt. Und dann schreibt sie mir so etwas wie: ›Verpiss dich, Zionist! Du sprichst nicht für die Queers von Berlin.‹ Und ich denke mir nur: Da hast du verdammt noch mal recht!«

Am 12. Juni 2026 gastiert Spaulding mit seinem Programm »Power Gay: An American Story« im Züricher Comedy Haus, am 13. Juni im Berliner Tempodrom und am 14. Juni im Carl Orff Saal in München. Am 20.06. ist Köln an der Reihe, am 27. Hamburg und am 28. Frankfurt. Tickets für alle Auftritte in Europa sind hier verfügbar.

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