Musik

Barry Manilow: Comeback mit neuem Album und Videoclip aus Schönefeld

Nach einer Lungenkrebs-OP veröffentlich Barry Manilow eine neues Album. Eine Tour mit 23 Konzerten steht für ihn auf dem Programm. Foto: picture alliance / zz/NDZ/STAR MAX/IPx

Nach einer langen Pause kehrt Barry Manilow mit frischem Material zurück. Der US-amerikanische Sänger, der seit Jahrzehnten zu den prägenden Pop-Figuren zählt, veröffentlicht am Freitag What A Time. Es ist sein erstes Album mit überwiegend neuen Songs seit rund 15 Jahren und zugleich ein weiteres Kapitel einer langen Karriere.

Musikalisch bleibt Manilow, der am 17. Juni 83 Jahre alt wird, seiner Linie treu: Große Melodien, starke Emotionen und ein klar wiedererkennbarer Stil bestimmen die neuen Songs. Gleichzeitig ist das Album von einer gewissen Gelassenheit geprägt, die zu einem Künstler passt, der seit mehr als fünf Jahrzehnten auf der Bühne steht und auch daher eine lebende Pop-Legende ist.

Deutlich stärker als frühere Veröffentlichungen ist dieses Kapitel jedoch von der Frage überschattet, wie lange seine Stimme noch tragfähig bleibt. Nach einer Lungenkrebserkrankung und einer Operation spricht Manilow ungewöhnlich offen über die Veränderungen seines Gesangs.

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Barry Manilow braucht nur 41 Minuten und 35 Sekunden, um sein neues Album vorzustellen.
Die Stimme

In einem Interview mit dem amerikanischen Sender ABC sagte er am Montag: »Meine Stimme – ich weiß nicht, ob sie zurückkommt.« Nach ersten Proben habe er sich selbst kaum wiedererkannt. Besonders schwer wiege für ihn die Unsicherheit, ob er jemals wieder so singen könne wie früher: »Das ist wirklich belastend, weil ich nicht möchte, dass es aufhört.«

Der jüdische Sänger erklärte, er habe seine Stimme lange als selbstverständlich betrachtet: »Ich habe das alles nicht ernst genommen. Jetzt tue ich es – weil sie nicht mehr da zu sein scheint wie früher.«

Die gesundheitlichen Probleme begannen nach Angaben des Künstlers mit einer längeren Bronchitis, die schließlich zu weiteren Untersuchungen führte. Dabei wurde ein kleiner Tumor in der Lunge entdeckt, der operativ entfernt wurde. Komplikationen und eine anschließende Lungenentzündung führten dazu, dass Manilow zeitweise intensivmedizinisch behandelt werden musste.

Die Single

Trotz der gesundheitlichen Unsicherheiten kommt es neben der Veröffentlichung zu zahlreichen Auftritten. Allein in den USA wird Manilow in diesem Sommer auf 17 Bühnen stehen. Am Dienstag beginnt seine Tour in Großbritannien, in deren Rahmen er sechs Bühnen erobert – von Glasgow bis London.

Ein Teil des neuen Materials reflektiert Manilows gesundheitlich schwierige Phase indirekt: Neben optimistischen Songs sind Balladen dabei, die stärker von Rückblick, Nostalgie und Vergänglichkeit geprägt sind. Damit fügt sich What A Time nahtlos in eine Diskografie ein, die immer schon zwischen Pop-Glanz und Melancholie pendelte.

In dem Song »What a Time«, dem Title Track des Albums, klingt Barry Manilows Stimme fast als hätte jemand die Zeit um 40 Jahre zurückgedreht. Unklar ist, ob die Technik nachhalf oder ob der Song vor der Krebsoperation aufgenommen wurde.

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Die Zeit

»Dies ist ein Song, der mich zum Weinen bringt«, sagt Manilow in einem Youtube-Video, in dem er das neue Album 41 Minuten und 35 Sekunden lang vorstellt. »Es geht darin um einen Blick zurück.« In diesem Lied, das auch stilistisch zu seinen Klassikern der 70er- und 80er-Jahre passt, stellt der Sänger eine große Frage: »How did we get through all we got through?« (»Wie haben wir es geschafft, durch die Zeiten zu kommen, die wir damals durchlebten?«).

»Was für eine Zeit! Die Zeit unseres Lebens!«, die in »What a Time« besungen wird, muss im Zeitraffer durch Berry Manilows Erinnerungen gelaufen sein, während er diesen Titel aufnahm. Andere Songs sind weniger melancholisch als erhebend. »Nobody Knows My Song«, ein Lied mit etwas mehr Tempo, klingt aber leider, als wäre es im Expressverfahren geschrieben und im Heimstudio aufgenommen worden. »Reunited«, ein Bonus-Track, ist nur auf der CD zu hören, nicht aber bei Streamingdiensten.

Das Video für das Liebeslied »You Make the Sun Shine« (siehe Barry Manilows Youtube-Video weiter oben auf dieser Seite) wurde im brandenburgischen Schönefeld gedreht – und zwar direkt am Flughafen Berlin Brandenburg »Willy Brandt« (BER). Produziert wurde es vom Berliner Filmemacher Nikolai Brokolovsky mit dem Schauspieler Mario Klischies, der ebenfalls in der deutschen Hauptstadt lebt.

Drei Songs des neuen Albums sind bereits auf Spotify und Co. zu hören, nämlich »You Make the Sun Shine«, »Once Before I Go« und eine neue Version von »Another Life«, ein Lied dessen Original er 1992 aufnahm.

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