Hamburg

Art Garfunkel kommt für ein Konzert nach Deutschland

Art Garfunkel bei der »Pre-Grammy-Gala« am 31. Januar 2026 in Beverly Hills Foto: picture alliance / Chris Pizzello/Invision/AP

Art Garfunkel gehört zu den markantesten Stimmen der Popgeschichte. Gemeinsam mit Paul Simon prägte er als Teil von Simon & Garfunkel die Musik der 1960er Jahre. Songs wie »The Sound of Silence«, »Mrs. Robinson«, »Scarborough Fair«, »The Boxer« und »Bridge Over Troubled Water« machten das Duo weltweit berühmt.

Doch Garfunkels Karriere beschränkt sich längst nicht auf die Zusammenarbeit mit Simon. Nach der Trennung des Duos im Jahr 1970 startete er eine erfolgreiche Solokarriere. Mit »All I Know«, »I Only Have Eyes for You« und »Bright Eyes« gelangen dem jüdischen Sänger und Komponisten auch allein große Erfolge. Insgesamt erhielt Garfunkel acht Grammy Awards, darunter einen für sein Lebenswerk. 1990 wurden Simon & Garfunkel in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Seine musikalische Laufbahn begann allerdings schon lange vor dem großen Durchbruch. Garfunkel wurde 1941 in New York geboren und lernte Paul Simon bereits während der Schulzeit kennen. Zunächst traten die beiden unter dem Namen Tom & Jerry auf. Ihre enge Vokalharmonie orientierte sich unter anderem an den Everly Brothers. 1957 landeten sie mit »Hey, Schoolgirl« ihren ersten Charterfolg.

Wegweisende Alben

Der internationale Durchbruch kam einige Jahre später. Nach der zunächst wenig erfolgreichen Veröffentlichung des Albums »Wednesday Morning, 3 A.M.« gingen die beiden zunächst getrennte Wege. Als »The Sound of Silence« jedoch in einer nachträglich mit elektrischer Instrumentierung versehenen Version zum Hit wurde, fanden Simon und Garfunkel wieder zusammen. Es folgten mehrere wegweisende Alben und eine Reihe von Liedern, die bis heute zum festen Bestand der Popmusik gehören.

Auch nach der endgültigen Trennung blieb die Verbindung zwischen den beiden Musikern bestehen. Immer wieder standen Simon und Garfunkel gemeinsam auf der Bühne, unter anderem 1981 beim legendären Konzert im New Yorker Central Park. Weitere gemeinsame Auftritte folgten, darunter eine Tournee 2003 und 2004. 2004 lockte ein kostenloses Konzert im römischen Kolosseum rund 600.000 Menschen an.

Garfunkel verfolgte daneben zahlreiche eigene Projekte. Er arbeitete als Schauspieler, veröffentlichte Gedichtbände und nahm Soloalben auf. Zu seinen ungewöhnlichen Lebensinteressen gehören ausgedehnte Wanderungen: Über viele Jahre durchquerte er Teile der USA und Europas zu Fuß. Seine Liebe zur Literatur entwickelte sich während seines Studiums an der Columbia University, wo er zunächst Architektur studierte und später einen Abschluss in Kunstgeschichte sowie einen Master in Mathematikpädagogik erwarb.

Konzert in Tel Aviv

Seine Stimme, die einst zu den unverwechselbarsten hohen Tenorstimmen der Popmusik gehörte, wurde allerdings auch zu einer Herausforderung. Nach Problemen mit den Stimmbändern musste Garfunkel zeitweise seine Konzertpläne unterbrechen. Nach einer längeren Pause kehrte er schließlich wieder auf die Bühne zurück.

2025 gab der inzwischen 84-Jährige in Tel Aviv ein viel beachtetes Konzert vor mehr als 50.000 Menschen. Für Garfunkel war der Auftritt angesichts der damaligen Kriegssituation mehr als nur ein musikalisches Comeback. Er erklärte anschließend, seine Stimme sei für ihn ein Geschenk Gottes. Er habe wissen wollen, ob sie noch da sei, und ob Musik auch inmitten eines Krieges einen Augenblick des Friedens schaffen könne.

Das Singen lernte Art Garfunkel als Junge in einer New Yorker Synagoge, die er mit seinen Eltern Rose, geborene Pearlman, und Jacob Garfunkel regelmäßig besuchte. Beide waren rumänische Juden, die nach Amerika emigrierten. Garfunkels Bruder lebte vor einigen Jahren in Sofia (Bulgarien), sein Sohn Art Garfunkel Junior, der ebenfalls Musiker ist, wohnt in Berlin und Parchim.

Rückkehr nach Europa

Nun setzt Garfunkel seine Rückkehr auf die europäischen Konzertbühnen fort. Die »Shinier World Tour« verbindet die großen Klassiker aus seiner Zeit mit Paul Simon mit Liedern aus seiner Solokarriere. Zu erwarten sind damit jene Stücke, die seine Karriere über Jahrzehnte geprägt haben.

In Deutschland ist allerdings nur ein Auftritt vorgesehen. Garfunkel kehrt damit erstmals seit 2019 wieder für ein eigenes Konzert nach Deutschland zurück. Der Vorverkauf für den einzigen deutschen Termin startete gestern.

Neben dem Konzert in Hamburg stehen während des europäischen Teils seiner Tour auch Performances in Paris, London, Manchester, Batford und Wolverhampton auf dem Plan. im

Art Garfunkel in Hamburg: 24. Oktober 2026, 20:30 Uhr, Elbphilharmonie. Tickets ab 59,40 Euro sind hier verfügbar.

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