»Dschungelcamp«

Anwalt von Gil Ofarim warnt vor Grenzüberschreitung

Rechtsanwalt Alexander Stevens Foto: picture alliance/dpa

Die Teilnahme von Gil Ofarim an der neuen Staffel von »Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!« sorgt weiterhin für heftige Reaktionen. Nun hat sich sein Strafverteidiger Alexander Stevens zu Wort gemeldet und zu einem maßvollen Umgang mit seinem Mandanten aufgerufen.

Stevens erklärte auf Instagram, es sei nachvollziehbar und legitim, dass Ofarims Comeback starke Emotionen auslöse. Kritik und Enttäuschung gehörten zu einer offenen Gesellschaft. Zugleich betonte der Anwalt jedoch: »Dennoch appelliere ich in der Auseinandersetzung Maß zu halten und sich der rechtlichen Grenzen bewusst zu sein.« In sozialen Netzwerken würden teils unwahre Tatsachenbehauptungen verbreitet, die strafrechtliche Konsequenzen haben könnten.

Der Anwalt verwies zudem auf eine frühere Vereinbarung zwischen den Verfahrensbeteiligten. Es sei richtig, dass man sich seinerzeit auf eine Verpflichtung zum Schweigen verständigt habe. Vor diesem Hintergrund kritisierte Stevens die aktuelle Debatte scharf. Er sprach von einer Dynamik, die »an Bigotterie kaum zu überbieten« sei, und erklärte, es sei widersprüchlich, sich über angebliche Unwahrheiten zu empören und gleichzeitig selbst ungeprüfte Behauptungen oder Beleidigungen zu verbreiten.

Lesen Sie auch

Stevens stelle klar: Wer Gil Ofarim Verleumdung vorwerfe und ihn dabei selbst verleumde, führe keinen Diskurs, sondern betreibe eine Form von Selbstjustiz. Damit würden genau jene Grenzen überschritten, deren Einhaltung man bei anderen lautstark einfordere. Man könne nicht Werte einfordern und sie zugleich mit Füßen treten, so die Kernaussage des Anwalts.

Die Teilnahme des 43-jährigen Musikers an der in Australien gedrehten RTL-Show war bereits vor dem Start der neuen Staffel umstritten. Hintergrund ist die sogenannte Davidstern-Affäre aus dem Jahr 2021. Damals hatte Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels vorgeworfen, ihn antisemitisch beleidigt zu haben. Später räumte er ein, dass diese Anschuldigungen falsch waren, und entschuldigte sich öffentlich.

Kurz vor dem Dschungelcamp äußerte sich erstmals auch Ofarims Bruder Tal öffentlich. Er dämpfte Erwartungen an neue Aussagen seines Bruders. Es würde ihn wundern, wenn Gil Ofarim im Camp noch deutlich mehr zu den damaligen Vorwürfen sagen werde. Zugleich zeigte Tal Ofarim Verständnis für die anhaltende Kritik und verwies darauf, dass viele Menschen seinen Bruder nur aus der medialen Berichterstattung kennen.

Auch innerhalb der Sendung selbst und unter Mitkandidaten wird der Musiker bereits kontrovers diskutiert. ja

Bayern

Warum Bayreuths große Pläne zum Festspieljubiläum scheitern

Schon Richard Wagner kämpfte mit Schulden und Geldproblemen. Doch dereinst sprang Bayernkönig Ludwig II. ein. Im Jubiläumsjahr 2026 ist es komplizierter

von Kathrin Zeilmann, Britta Schultejans  16.06.2026

Bayern

»Das ist in einer Demokratie Tod durch Selbstmord«

Eigentlich sollte Michel Friedman bei einer Gedenkveranstaltung zu 150 Jahren Bayreuther Festspiele sprechen. Doch die Veranstaltung wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Dafür findet er deutliche Worte

 16.06.2026

Zahl der Woche

1 Mal

Funfacts & Wissenswertes

 16.06.2026

Halacha

Deutsch-jüdischer Leuchtturm

Die Berliner Studien zum Jüdischen Recht feiern ihr 30-jähriges Bestehen an der Humboldt-Universität

von Detlef David Kauschke  16.06.2026

»Imanuels Interpreten« (22)

Herbie Mann: Der Klangsetzer

Herbie Manns Motto: »Wenn du die Musik von jemandem spielen willst, gehe zu ihm nach Hause.« Er setzte dies um, hatte dann aber die Jazz-Polizei am Hals

von Imanuel Marcus  16.06.2026

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Imanuel Marcus, Katrin Richter  15.06.2026

Kolumne

»Ich bin bloß eine Regenwolke!«

Von Winni Puch bis Tscheburaschka: Wie sowjetische Trickfilme gegen Antisemitismus helfen

von Eugen El  14.06.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Erst Kurt Krömer, dann Modi Rosenfeld: Shoppen und lachen

von Katrin Richter  14.06.2026