London

Schwinden die Chancen auf einen jüdischen James Bond?

Aaron Taylor-Johnson stand einst ganz oben auf der Kandidatenliste für James Bond. Foto: picture alliance / Millie Turner/Invision/AP

Wer wird der neue James Bond? Könnte der jüdische Star Aaron Taylor-Johnson für die Traumrolle engagiert werden? Klar ist jetzt: Der nächste 007-Darsteller soll noch in diesem Jahr feststehen. Das verriet die Filmproduzentin Amy Pascal (»Spider-Man: Brand New Day«), die nach der Übernahme des Bond-Franchise durch Amazon MGM Studios den nächsten Film der Kultreihe produzieren wird.

»Ich würde sagen, Ende des Jahres ist ein realistischer Zeitrahmen«, sagte Pascal dem Branchenmagazin »Deadline« mit Blick auf die Besetzung der begehrten Rolle. »Wir gehen das Ganze mit größter Sorgfalt und sehr systematisch an.« Seit Jahren wird darüber spekuliert, wer Daniel Craig als 007 beerben wird.

Amy Pascal hat Bond-Erfahrung. Sie war von 2003 bis 2015 Co-Vorsitzende von Sony Pictures. Das Studio vertrieb und finanzierte in dieser Zeit die Bond-Filme »Casino Royale« (2006), »Ein Quantum Trost« (2008), »Skyfall« (2012) und »Spectre« (2015). Produziert wurden sie noch von Barbara Broccoli und Michael G. Wilson. Das Duo hatte die kreative Kontrolle über die Agentenfilmreihe im vergangenen Jahr an Amazon MGM abgegeben.

»Riesige Fußstapfen«

»Ich habe bereits mit Barbara Broccoli im Studio zusammengearbeitet und weiß daher: Daniel Craig hinterlässt riesige Fußstapfen«, sagte Pascal jetzt. »Ihn zu beerben, ist keine leichte Aufgabe. Deshalb muss der Neuanfang etwas wirklich Besonderes sein – mutig, mitreißend und vor allem anders als das, was wir bisher gesehen haben.«

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In britischen Medien wurden zuletzt Callum Turner und der Australier Jacob Elordi als mögliche Kandidaten gehandelt, aber eben auch der Jude Aaron Taylor-Johnson. Insidern zufolge soll die Rolle nun aber von einem eher unbekannten britischen Schauspieler besetzt werden, der Ende 20 oder Anfang 30 ist, was nicht wirklich für Taylor-Johnson spricht. Für die Suche wurde die britische Casting-Direktorin Nina Gold (»Konklave«, »Hamnet«) engagiert.

Regie beim neuen 007-Abenteuer führt der Kanadier Denis Villeneuve (»Dune«-Reihe, »Blade Runner 2049«). Das Drehbuch schreibt der Brite Steven Knight (»Peaky Blinders«), der sich im dpa-Interview vor einigen Monaten bedeckt hielt: »Ich kann nur sagen, dass ich die Arbeit liebe, aber mehr nicht.«

25 Filme in 60 Jahren

Der erste James-Bond-Film »James Bond - 007 jagt Dr. No« kam 1962 in die Kinos und wurde von Albert R. »Cubby« Broccoli und Harry Saltzman produziert. Nach Saltzmans Ausstieg 1975 führte Broccoli die Reihe zunächst allein weiter. Ab »GoldenEye« 1995 übernahmen seine Tochter Barbara und sein Stiefsohn Michael G. Wilson als Produzenten.

Das von Broccoli und Saltzman gegründete Unternehmen EON Productions produzierte insgesamt 25 Bond-Filme mit sechs Darstellern. Der letzte war »Keine Zeit zu sterben« (2021). Zwei weitere 007-Filme, die Komödie »Casino Royale« (1967) und das »Feuerball«-Remake »Sag niemals nie« (1983), wurden von Konkurrenzfirmen produziert. dpa/im

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