Kino

1800 Schauspieler und Filmemacher rufen zum Israel-Boykott auf

Tilda Swinton, Mark Ruffalo und Emma Stone gehören zu den Unterzeichnern der neuesten Petition. Foto: picture alliance / Scott Roth/Invision/AP

Hollywoodstars wie Emma Stone, Mark Ruffalo, Javier Bardem und Olivia Colman haben einen öffentlichen Brief unterzeichnet, mit dem sie sich dazu verpflichten wollen, das israelische Kino zu boykottieren. Insgesamt mehr als 1800 Persönlichkeiten aus der Filmindustrie, neben bekannten Schauspielern auch Regisseure, Autoren oder Comedians, haben bisher unterschrieben.

»Wir verpflichten uns, keine Filme zu zeigen oder darin zu spielen, bei israelischen Filminstitutionen – einschließlich Festivals, Kinos, Rundfunkanstalten und Produktionsfirmen – aufzutreten oder anderweitig mit ihnen zusammenzuarbeiten, die in Völkermord und Apartheid gegen das palästinensische Volk verwickelt sind«, heißt es auf der Webseite einer Aktion namens »Film Workers for Palestine«.

Kein Absender

Diese liefert in gutpreparierten Happen alles, was es für eine Kampagne braucht: von der Frage, wer boykottiert werden soll über rechtliche Möglichkeiten bis hin zum geraunten »Know who you work with« (Wisse, mit wem du zusammenarbeitest). Ausgerechnet bei diesem Punkt bleibt die Webseite der Aktion allerdings selbst eine Antwort schuldig. Es gibt kein Impressum, keine Namen.

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Aber das hat auch Tilda Swinton, Ilana Glazer, Riz Ahmed, Josh O’Connor, Ayo Edebiri, Cynthia Nixon oder Gael García Bernal nicht gestört, die ebenfalls unterschrieben haben. Und auch nicht Filmemacher wie Ken Loach, Yorgos Lanthimos (»The Favorite«), Adam McKay (»The Big Short«), Ava DuVernay (»Selma«) oder »Shiva Baby«-Regisseurin Emma Seligman.

»Film Workers for Palestine« ist bereits im Februar auf der Berlinale aktiv gewesen, wo Tilda Swinton den BDS lobte, während draußen in der Kälte die Regisseurin Julia von Heinz mit einigen Schauspielern und der neuen Berlinale-Chefin Tricia Tuttle Bilder des immer noch in Gaza von der Hamas gefangen gehaltenen David Cunio in die Höhe hielt. Auch die Streaming-Plattform Mubi wurde bereits von den gesichtslosen Aktivisten attackiert.

»Halten Sie sich an die Richtlinien des BDS«

Und nun also israelische Festivals, Kinos und Produktionen, denn »obwohl sie im israelischen Apartheid-System tätig sind und somit davon profitieren, hat die überwiegende Mehrheit der israelischen Filmproduktions- und -vertriebsgesellschaften, Verkaufsagenturen, Kinos und anderen Filminstitutionen niemals die vollständigen, international anerkannten Rechte des palästinensischen Volkes unterstützt«, heißt es auf der Kampagnen-Webseite.

Wer darauf lange genug sucht, landet schließlich beim Palestine Film Institute. Da steht die nächste Handlungsanweisung zu lesen: »Wir fordern ALLE Filmfestivals auf, ihrer moralischen Verpflichtung nachzukommen, dem palästinensischen Kino eine Plattform zu bieten, und sich zu den kurz- und langfristigen Planungen zu verpflichten, die zur Umsetzung der ‚Industrieprotokolle des Palestine Film Institute‘ erforderlich sind.« In denen steht eine klare Quelle für die Aktionen: »Halten Sie sich an die Richtlinien des Boycott, Divestment, and Sanctions (BDS) und der Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel«. Und auf deren Webseiten sind die Vorlagen für den nächsten offenen Brief längst online.

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