Italien

Viererbob und Eisprinzessin

Für Israel auf Siegerkurs: Mariia Seniuk Foto: picture alliance / empics

Vor allem Israels Teilnahme mit einem Viererbob-Team bei den Olympischen Winterspielen 2026 sorgt für Vorfreude. Dabei verspricht auch eine ganze Reihe anderer jüdischer und israelischer Athleten spannende Wettbewerbe. Israel schickt neun Athleten und damit die zweitgrößte Delegation bei seiner neunten Teilnahme. Auch mehrere Stars des US-Teams haben einen jüdischen Hintergrund, darunter Mitglieder der männlichen und weiblichen Eishockeymannschaften, wie israelische Medien berichten.

Aber natürlich ist die erstmalige Teilnahme eines Bob-Teams ein sportlicher Höhepunkt. Es sei Israels »Shul Runnings«-Moment, witzelte Team-Chef und Pilot AJ Edelman. Damit spielt er auf die Komödie Cool Runnings aus dem Jahr 1993 an, die von der realen ersten Teilnahme des jamaikanischen Bob-Teams handelt, das 1988 bei den Olympischen Spielen antrat. Edelman stammt ursprünglich aus Boston und machte 2016 Alija. Er wird zusammen mit Ward Fawarsy, Omer Katz, Menachem Chen und Ersatzmann Uri Zisman nach Italien reisen. Zwei weitere Umstände machen das Team besonders: Fawarsy ist wahrscheinlich der erste drusische Teilnehmer in der Geschichte der Winterspiele, während Edelman wohl der erste orthodoxe ist.

Eishockey und Skilanglauf

Ebenfalls aufs Eis wagt sich Jared Fire­stone, in Israel auch als »jüdischer Jet« bekannt, der in der Disziplin Skeleton (Rennschlitten) antritt. Er gibt mit 35 Jahren sein Olympia-Debüt. 2022 war er der erste Israeli, der bei den Nordamerika-Meisterschaften in Lake Placid Gold in einer olympischen Disziplin des Schlittensports gewonnen hat.

Die 20-jährige Mariia Seniuk hat bereits im Alter von 15 einige nationale Titel gewonnen und wird Israel im Eiskunstlauf vertreten. Gerade hat sie sich ihren vierten israelischen Meistertitel in Folge im Einzelwett­bewerb erkämpft. Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Boston belegte sie den 16. Platz in der Gesamtwertung und sicherte sich damit ihre Olympia-Teilnahme.

Aerin Frankel hütet das Tor der US-Eishockeymannschaft. Sie ist ein Star in der aufstrebenden Professional Women’s Hockey League. Die 26-Jährige war von 2023 bis 2025 Stammtorhüterin des Teams USA bei den Frauen-Weltmeisterschaften. 2024 gab es Silber, 2025 Gold. Frankel, die auch liebevoll »Green Monster« genannt wird, was mit dem Heimatstadion zu tun hat, ist das erste Mal bei Olympia mit dabei.

Familiensport

Bei den Männern wird das Team USA mit drei jüdischen Eishockey-Stars antreten, die ebenfalls alle ihr Olympia-Debüt geben: die Brüder Quinn und Jack Hughes sowie Jeremy Swayman. Der 26-jährige Quinn Hughes, Verteidiger bei den Minnesota Wild, hat seit 2015 für verschiedene US-Teams gespielt, wobei sein bisher größter Erfolg die Goldmedaille bei den U18-Weltmeisterschaften 2017 war. Sein Bruder, der 24-jährige Jack, ist Star Center bei den New Jersey Devils. Jack ist dreifacher Eishockey-All-Star. Er und Quinn haben in den Vereinigten Staaten bereits in mehreren Mannschaften zusammen gespielt. Der 27-jährige Swayman brillierte an der University of Maine, bevor er 2021 zu den Boston Bruins kam. Er wurde 2024 zum All-Star gekürt.

Für das Team Kanada reist auch die Eishockey-Torhüterin Kayle Osborne nach Mailand. Die 23-Jährige war Finalistin für die Auszeichnung »NCAA Women’s Hockey Goalie of the Year«. Auch sie gibt ihr olympisches Debüt.

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Attila Mihály Kertész ist Israels erster olympischer Skilangläufer. Und das, obwohl der 37-jährige Tierarzt erst 2018 mit dem Training begonnen hat.
Der Eisschnellläufer Emery Lehman ist das älteste jüdische Mitglied des US-Teams. Für den 29-Jährigen aus Chicago sind es die vierten Olympischen Winterspiele in Folge. 2022 gewann er in Peking Bronze.

Die »Skigeschwister« Noa und Barnabás Szöllös treten zum zweiten Mal in Folge bei den Olympischen Winterspielen an. Die 22-jährige Noa war die erste israelische Athletin, die eine Winterspielmedaille gewann, als sie 2020 Silber und Bronze bei den Jugend-Winterspielen holte. Der 27-jährige Barnabás belegte 2022 in Peking den sechsten Platz in der Kombination. BeHatzlacha für alle!

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