Jüdinnen und Juden aus Deutschland hat es in den vergangenen Jahren offenbar vermehrt nach Wien gezogen. Grund für die Entwicklung seien ein stärkeres Sicherheitsgefühl sowie eine breite »jüdische Infrastruktur« in der österreichischen Hauptstadt, wie das österreichische Magazin »Profil« am Samstag berichtet.
»Ich hatte das Gefühl, ich müsste das Jüdische immer irgendwie verstecken«, wird ein Betroffener zitiert, der zuvor in Berlin und Bayern lebte. In Wien hingegen sei der Anblick von Kippa, Zizit oder Kaftan »ganz normal«.
Koschere Supermärkte und Restaurants
Auch koschere Supermärkte und Restaurants, jüdische Schulen sowie Synagogen und Mikwen gebe es hier in höherer Dichte als in deutschen Städten. Laut Bericht leben viele jüdische Einwanderer-Familien in Wien erstmals ein »wirklich religiöses Judentum«.
Aufzeichnungen über den Zuzug aus Deutschland führt die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) aber nicht. Hinzu komme, so schreibt »Profil«, dass das subjektive Sicherheitsgefühl vieler umgezogener Juden dem Antisemitismus-Trend zuwiderlaufe: Mit 1.532 judenfeindlichen Vorfällen, die die IKG-Meldestelle voriges Jahr verzeichnete, seien antisemitische Übergriffe in Österreich auf einem historischen Höchststand. »Jüdisches Leben ist nur dank umfassender Sicherheitsmaßnahmen möglich«, so IKG-Präsident Oskar Deutsch im April. kna/ja