Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKW) hat ab Herbst mit Rabbiner Yaron Nisenholz einen neuen Oberrabbiner. Der Entscheidung, Rabbiner Nisenholz diese Aufgabe zu übergeben, ging ein mehrmonatiges internationales Auswahlverfahren voraus, bei dem sich mehrere Rabbiner um das Amt des Oberrabbiners einer der traditionsreichsten Einheitsgemeinden Europas bewarben. Mit Yaron Nisenholz übernimmt ein erfahrener Gemeinderabbiner das Amt des Oberrabbiners von Wien, das auch mit der Funktion des Rabbiners im Wiener Stadttempel einhergeht.
Der 53-Jährige, der auf eine langjährige Rabbinertätigkeit in Israel und Europa zurückblicken kann, erhielt 2002 seine Ordination durch das Oberrabbinat Israels. Von 2002 bis 2015 wirkte er in Basel, ab 2008 als Oberrabbiner der Stadt; seit seiner Rückkehr nach Israel war er als Gemeinderabbiner in Tel Aviv tätig. Der fünffache Vater und achtfache Großvater wird nach den Hohen Feiertagen im Herbst sein Amt in Wien offiziell antreten. Bis zum Stellenantritts Nisenholz’ bleibt der frühere Oberrabbiner von Wien, Jaron Engelmayer, im Amt.
Rabbiner Engelmayer beendet nach sechs Jahren seinen Dienst in der österreichischen Hauptstadt und wandert im Herbst mit seiner Familie nach Israel aus.
Bereits im Februar 2026 hatte der Kultusvorstand eine Rabbinerfindungskommission eingesetzt. In ihr waren Delegierte aller im Kultusvorstand vertretenen Fraktionen sowie des Tempelvorstands vertreten. Beratend wirkten Oberkantor Shmuel Barzilai, Generalsekretär Benjamin Nägele und Oberrabbiner Jaron Engelmayer mit.
Wie Rabbiner Nisenholz in einem offiziellen Brief an seine neue Gemeinde schreibt, freue er sich auf seine neue Aufgabe. Es sei es ihm »eine große Ehre und ein besonderes Privileg, Teil einer so vielfältigen und besonderen Gemeinde zu werden, die auf eine beeindruckende Geschichte, tiefe Wurzeln und eine einzigartige Gemeinschaftsstruktur zurückblicken kann«. Er hoffe dabei auf die Stärkung und Förderung des Zugehörigkeitsgefühls aller Gemeindemitglieder. Die Stärkung jüdischer Identität und jüdischen Lebens in Wien, »mit Respekt für den persönlichen Hintergrund und den eigenen Weg jedes Einzelnen«, sei ihm dabei besonders wichtig, sagt der künftige Rabbiner.