Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald Lauder, hat Israel eindringlich davor gewarnt, im internationalen Meinungskampf weiter an Boden zu verlieren. Bei einer Konferenz der »Jerusalem Post« in New York erklärte er am Montag (Ortszeit), das Land stehe im globalen Kommunikationsumfeld unter massivem Druck und müsse seine Strategie dringend überdenken.
Lauder sprach von einer wachsenden Flut an Falschinformationen und Verzerrungen in internationalen Medien und sozialen Netzwerken. »Wenn man die Mainstream-Presse liest, muss man sich fragen, wie der einzige jüdische Staat zur meistgehassten Nation der Erde werden konnte«, sagte der WJC-Präsident. »Das liegt daran, dass wir jeden einzelnen Tag mit Lügen, groben Verzerrungen und unverhohlener Boshaftigkeit bombardiert werden. Die Sympathie für Israel befindet sich auf einem historischen Tiefstand.«
In seiner Rede verwies Lauder auf verschiedene Beispiele, die aus seiner Sicht auf fehlerhafte oder bewusst irreführende Berichterstattung zurückgingen. Dazu zählte er unter anderem Berichte über angebliche Angriffe auf Krankenhäuser im Gazastreifen sowie internationale Darstellungen, die sich später als falsch oder nicht belegbar herausgestellt hätten.
Schneller und entschlossener
Besonders deutlich wurde Lauder in seiner Kritik an der Kommunikationsstrategie Israels selbst. Militärisch sei das Land stark aufgestellt, sagte er, doch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sei die Lage genau umgekehrt. Israel verliere den »Informationskrieg« in einer Zeit, in der sich Nachrichten weltweit in Sekundenschnelle verbreiteten und soziale Medien die Wahrnehmung prägten.
Er warnte davor, die Bedeutung von Public Relations weiter zu unterschätzen. Kein Staat könne es sich leisten, in diesem Bereich schwach zu sein. Israel müsse seine Ressourcen stärker in die internationale Kommunikationsarbeit investieren und auf Angriffe schneller und entschlossener reagieren. Auf jede falsche Darstellung müsse es eine noch stärkere Gegenreaktion geben, forderte Lauder sinngemäß.
Zudem sprach er sich für die Einrichtung einer staatlichen Stelle aus, die gezielt gegen Desinformation vorgeht. Diese Behörde solle nicht politisch besetzt sein, sondern von einer fachlich versierten Persönlichkeit mit umfassender Medienkompetenz geleitet werden. Auch die jüdische Diaspora müsse enger mit Israel zusammenarbeiten, um das Bild des Landes weltweit zu stärken.
Lauder betonte abschließend, es gehe nicht nur um den Schutz Israels als Staat, sondern auch um den Kampf gegen tief verwurzelte Feindbilder. Israel müsse seine eigene Stimme stärker erheben und dürfe nicht zulassen, dass andere dieses Bild für es definieren.