Hassrede

Polizei ermittelt gegen britischen Rapper

Wiley Foto: imago/Future Image International

Hassrede

Polizei ermittelt gegen britischen Rapper

Wiley gilt als Begründer des Grime, jetzt brachte er sich mit antisemitischen Tweets in die Schlagzeilen

von Michael Thaidigsmann  25.07.2020 22:47 Uhr

Der britische Rapper Wiley, mit bürgerlichem Namen Richard Cowie, hat am Freitag mit einer Reihe kruder antisemitischer Tweets auf sich aufmerksam gemacht und verlor tags darauf seinen (jüdischen) Manager. Auf seinem Twitter-Account setzte der in Großbritannien relativ bekannte Wiley Dutzende Tweets ab, in denen er seinem Hass auf Juden freien Lauf ließ.

Unter den Nachrichten waren Sätze wie »Jüdische Menschen, ihr glaubt ihr seid so wichtig, ich habe die Schauze voll von euch,« »Jüdische Menschen sind rassistisch und verstecken sich«, »Schwarze Menschen rufen nicht die Polizei an, aber Juden schon, wenn Wiley seine Meinung sagt, F**** EUCH.«

https://twitter.com/bbc5live/status/1287679285847887872

Tags darauf kündigte der Manager des Künstlers, John Woolf, Wiley das Vertrauen auf. »Ich bin ein stolzer jüdischer Mann und ich bin zutiefst schockiert und traurig darüber, was er da gesagt hat,« erklärte Woolf. Das sei Hassrede und inakzeptabel, so Woolf.

GRIME Der 41-jährige Wiley gilt als einer der bekanntesten Rapper Großbritanniens und hat in den vergangenen 20 Jahren maßgeblich den Grime mitgeprägt – eine Stilrichtung des Rap, die von einem aggressiven und düsteren Sound gekennzeichnet ist. Wiley wurde 2004 überregional bekannt, als er mit »Wot Do U Call It?« einen Hit landete. Er hat bislang insgesamt 13 Alben veröffentlicht.

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Auf Twitter hat der Rapper, dessen Eltern aus Trinidad in der Karibik nach Großbritannien einwanderten, fast 500.000 Follower. Der Kurznachrichtendienst verhängte nach dem antisemitischen Ausfall vom Freitagabend eine siebentägige Sperre.

Instagram Prompt wich Wiley auf sein Instagram-Konto aus, wo er implizit Juden mit Käfern gleichsetzte und den Satz postete: »Kriecht unter euren kleinen Steinen hervor und verteidigt euer jüdisches Privileg.«

Vielleicht noch folgenreicher für den Künstler als die Twitter-Sperre sind die Ermittlungen, die die Londoner Polizei eingeleitet hat. Die gab am Samstag via Twitter bekannt, man werde die zahlreichen eingegangenen Strafanzeigen sorgfältig prüfen.

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