Australien

Nach Anschlag auf Synagoge: Victoria richtet Taskforce gegen Judenhass ein

Schon im Dezember war es in Melbourne zu einem Anschlag auf die Adass Israel-Synagoge gekommen. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Der australische Bundesstaat Victoria wird eine Taskforce einrichten, die durch Antisemitismus und ähnliche Arten des Menschenhasses motivierte Vergehen ahnden soll. Konkret geht es auch um die Erarbeitung von Gesetzen, die der Polizei mehr Befugnisse zur Bekämpfung gewalttätiger Proteste geben. Victoria ist dabei, den jüngsten Brandanschlag auf eine Synagoge in Melbourne zu untersuchen.

Die 20 Personen in der East Melbourne Synagogue, die am Freitagabend vor dem durch den Angriff verursachten Feuer flohen, wurden nicht verletzt. Bereits vor diesem jüngsten Vorfall war es zu Hassvergehen gegen die Gemeinde gekommen.

»Als das Feuer die Eingangstür dieser Synagoge erreichte, wurde es gestoppt. Auch dem Antisemitismus müssen wir Einhalt gebieten«, erklärte die Premierministerin des Bundesstaates Victoria, Jacinta Allan, vor der Synagoge gegenüber Reportern. »Er hat nicht nur hier in Melbourne und Victoria keinen Platz, er hat nirgendwo Platz.«

Lesen Sie auch

Allan erklärte, die Task Force, der die Premierministerin, der Polizeiminister des Bundesstaates, der Bürgermeister von Melbourne und Polizeibeamte angehören, werde diese Woche ihre erste Sitzung abhalten. Vertreter der jüdischen Gemeinde seien eingeladen, an der Sitzung teilzunehmen.

Allan erklärte, die Regierung konsultiere Experten, während sie einen Gesetzentwurf ausarbeite. Dieser soll das Tragen von Gesichtsmasken und das Zeigen von Terrorsymbolen verbieten, so Allan.

Ermittler der Anti-Terror-Abteilung verhafteten am späten Samstag den 34-jährigen Angelo Loras aus Sydney und klagten ihn unter anderem wegen Sachbeschädigung durch Brandstiftung an. Die Polizei gab an, der Mann habe eine brennbare Flüssigkeit über die Eingangstür gegossen und angezündet, bevor er geflüchtet sei. ja

Frankreich

Eine Abrechnung mit dem Judenhass der neuen Linken

Nach 41 Jahren verlässt der anerkannte Journalist Jean Quatremer die beliebte Tageszeitung »Libération«. Er wirft Kollegen einen »entfesselten Antisemitismus« und eine ideologische Schreckensherrschaft vor

 05.08.2026

Litauen

Bima der Großen Synagoge von Vilnius endlich freigelegt

Während die Ausgrabungen voranschreiten, geht die Debatte über die Zukunft des Ortes weiter. Soll dort ein Gemeindezentrum entstehen, ein religiöses Zentrum oder eine Erinnerungs- und Bildungsstätte?

 05.08.2026

Nachruf

Holocaust-Überlebender und Historiker Marģers Vestermanis mit 100 Jahren gestorben

Seine Eltern und Brüder und weitere Angehörige werden 1941 beim Massaker von Rumbula ermordet. Er selbst überlebte als einziges Familienmitglied. Nach dem Krieg wurde er Historiker

 03.08.2026

Frankreich

Rückkehr nach Rennes

Unweit vom Dreyfus-Museum führen Schüler am Originalort den Prozess auf. Neben beeindruckenden Landschaften bietet die Bretagne auch eine Lektion in jüdischer Geschichte

von Mark Feldon  02.08.2026

Russland

Der schweigende Oligarch

Roman Abramowitsch ist immer wieder Ziel antisemitischer Propaganda. Doch er ist auch regelmäßig zu Gast im Kreml. Eine Annäherung

von Alexander Friedman  02.08.2026

Großbritannien

Hackney will Städtepartnerschaft mit Haifa beenden

Ratsherr Simche Steinberger wirft der Ratsmehrheit vor, die sechs jüdischen Ratsmitglieder überhaupt nicht konsultiert zu haben

 31.07.2026

New York

Resiliente Einhörner

Während Bürgermeister Zohran Mamdani gegen Premier Benjamin Netanjahu wettert, bekommen israelische Start-ups ein neues Zuhause

von Sophie Albers Ben Chamo  29.07.2026

Toronto

Solidarität nach Angriffen: Lange Schlangen vor jüdischen Bagel-Läden

Nach Angriffen auf zwei Filialen der jüdischen Bäckereikette Kiva’s Bagel Bar kaufen Bewohner dort ein. Zeitgleich feuerte ein Unbekannter Schüsse auf das US-Konsulat ab

 29.07.2026

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026