Buenos Aires

Nach 26 Jahren

Bei dem Anschlag auf die Botschaft waren 29 Menschen ums Leben gekommen und 242 verletzt worden. Foto: Tobias Kühn

Argentiniens Regierung hat sich am Freitag erstmals nach 26 Jahren am alljährlichen Gedenken an den Anschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires beteiligt. Bei dem Terrorakt am 17. März 1992 waren 29 Menschen ums Leben gekommen und 242 verletzt worden.

Es war das erste Mal, dass die Gedenkzeremonie nicht am Ort des Attentats im Stadtteil Retiro abgehalten wurde, sondern im Nationalarchiv der Erinnerung. Nach Berichten der Jewish Telegraphic Agency sagte Argentiniens Vizepräsidentin Gabriela Michetti, die Hauptrednerin der Veranstaltung: »Wir haben entschieden, hier zu erinnern, als ein Symbol, dass dies ein vorrangiges Thema auf der Menschenrechtsagenda der Regierung ist.«

Das Gebäude des Nationalarchivs wurde von der letzten argentinischen Militärdiktatur als geheimes Folterzentrum benutzt. Hier kamen zwischen 1976 und 1983 Tausende Regimegegner ums Leben.

Paradigmenwechsel Der Staatssekretär für Menschenrechte, Claudio Avruj, betonte in seiner Ansprache, dass es in den vergangenen Jahren im argentinischen Staat einen Paradigmenwechsel gegeben habe. »Der Anschlag 1992 traf uns, Juden und Nichtjuden, Israelis und Nicht-Israelis. Deshalb sind wir hier an diesem Ort, denn was geschah, geschah uns allen.«

An der Veranstaltung am Freitag nahmen Überlebende des Anschlags und Angehörige der Opfer sowie Vertreter der israelischen Botschaft teil. Botschafter Ilán Sztulman sagte: »26 Jahre nach diesem tragischen Datum sind die Bürger der Welt wieder bewegt, weil die Täter für das Verbrechen nicht bezahlt haben. Die Republik Iran treibt durch die Hisbollah den Terror weltweit weiter voran. Doch wie wir schon vor 26 Jahren gesagt haben, wird der Terror uns nicht besiegen.«

Der Iran wird beschuldigt, das Attentat von 1992 und auch den tödlichen Bombenanschlag auf das jüdische Zentrum AMIA im Jahr 1994 in Buenos Aires begangen zu haben, bei dem 85 Menschen getötet und Hunderte verletzt wurden. ja

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