Organisation

Kreatives Potenzial

Der neue Vize beim European Jewish Congress ist in Deutschland ein alter Bekannter: Dieter Graumann Foto: Rafael Herlich

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, ist neuer Vizepräsident des European Jewish Congress (EJC). Der 60-Jährige wurde am Wochenende auf der
EJC-Generalversammlung in Budapest ins Amt berufen. In seiner Einführungsrede forderte Graumann eine stärkere Vernetzung der europäischen jüdischen Gemeinden und Verbände. »Die jüdische Gemeinschaft in Europa ist eine der drei tragenden Säulen des Judentums, neben den Juden in den USA und Israel«, hob Graumann hervor. Dieses »große religiöse, kulturelle und kreative Potenzial« gelte es zu aktivieren, »um nicht nur in die jüdische Gemeinschaft hinein, sondern auch in Europa noch mehr als bisher zu wirken«. Schließlich gehöre das Judentum zu den prägenden Kräften des Kontinents, so Graumann.

An der Generalversammlung nahmen 93 Teilnehmer aus 33 Ländern teil. Sie diskutierten unter anderem über die aktuelle Lage in der arabischen Welt und deren Auswirkungen auf Israel und Europa. Weitere Themen waren der wachsende Antisemitismus, die anhaltende Delegitimierung Israels und die demografische Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft in der Diaspora.

Der European Jewish Congress wurde vor 20 Jahren gegründet. Er repräsentiert die demokratisch gewählten Vertreter der europäischen jüdischen Gemeinden und ihrer Dachverbände im Dialog mit Länderregierungen und Europäischen Institutionen. Sitz des EJC ist Paris.

ja

Großbritannien

»Telegraph«: BBC-Datenexperte offenbar israelfeindlicher Aktivist

Ein leitender KI-Fachmann des britischen Senders soll laut »Telegraph« einst wegen eines Al-Qaida-Handbuchs festgenommen worden sein. Die BBC sieht keinen Bezug zu seiner Arbeit

 18.10.2026

Tschechien

Herr Rambo mag es süß

Ein jüdischer Gastronom in Prag ist zum Instagram-Star aufgestiegen. Er verkauft »heimishe Trdelaich«, T-Shirts und Baseballcaps und erreicht mit seinen Sprüchen Hunderttausende

von Kilian Kirchgeßner  18.10.2026

Frankreich

Paris: Synagoge bei Ausschreitungen offenbar beschädigt

Videos in sozialen Netzwerken zeigen offenbar Verwüstungen in einer Synagoge im 19. Arrondissement. Verletzte wurden nicht gemeldet

 18.10.2026

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Großbritannien

Universität Bath sagt Seminar mit Hochschule in Gaza ab

Eine Dozentin hatte britische Studenten aufgefordert, palästinensische Darstellungen des Nahostkonflikts nicht infrage zu stellen. Die Universität entschuldigte sich für die Vorgaben.

von Nicole Dreyfus  15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

»The Social Reckoning«

Empörungsköder

Der Whistleblower-Thriller zeigt die neue Weltordnung à la Facebook – und was Menschen nicht dagegen tun

von Sophie Albers Ben Chamo  15.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  15.10.2026

Irland

Ausgerechnet eine Antisemitismuskonferenz fällt dem Judenhass zum Opfer

In Dublin fand eine Tagung von Antisemitismusbeauftragten und jüdischen Vertretern statt. Ein Hotel verweigerte die Unterbringung. Für Irlands Gemeindevorsitzenden zeigt das, wie Antisemitismus sich immer wieder neu manifestiert

von Maurice Cohen  14.10.2026