San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

Elvis Presley im Januar 1970 Foto: Picture-Alliance / Photoshot

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026 12:29 Uhr

Die Rechteinhaber der Musik von Elvis Presley haben das KI-Unternehmen Anthropic verklagt. Demnach soll die Entwicklerfirma hinter dem Chatbot Claude 274 Lieder Presleys eingespeist haben, um ihre KI-Modelle zu trainieren - ohne Zustimmung der Verwalter des musikalischen Erbes des King of Rock’n’ Roll. Von Anthropic hieß es, man sei mit den Vorwürfen nicht einverstanden und werde sich dagegen verteidigen.

In der bei einem kalifornischen Gericht im Namen mehrerer Parteien eingereichten Klage wird Schadenersatz in Gesamthöhe von 41,1 Millionen Dollar (36,7 Mio. Euro) für Urheberrechtsverletzungen gefordert - ausgehend aus bis zu 150.000 Dollar pro Song. Dazu zählen demzufolge ikonische Hits wie »Can’t Help Falling in Love«, »A Little Less Conversation« und »Return To Sender«.

Die Verwalter von Presleys Musik werfen Anthropic zudem vor, Maßnahmen zum Schutz der Musik umgangen und Copyright-Informationen aus den Liedern entfernt oder verändert zu haben.

Umgang mit Urheberrechten

Nicht zum ersten Mal verklagen Musiklabels KI-Unternehmen wegen Diebstahls und Urheberrechtsverletzungen. Bei der jüngsten Klage handele es sich um das hochkarätigste juristische Vorgehen, das jemals im Namen eines einzelnen Musikers eingeleitet wurde, schreibt das »Billboard Magazin« - schließlich gehe es mit Elvis um den »berühmtesten Musikkünstler aller Zeiten«.

Lesen Sie auch

Anthropic habe sein gesamtes Geschäftsmodell in nie dagewesenem Ausmaß auf Urheberrechtsverletzungen aufgebaut, hieß es in der Klageschrift.

Auch andere Firmen wie etwa ChatGPT-Entwickler OpenAI sehen sich Vorwürfen und Klagen ausgesetzt, die die Entwicklung ihrer KI-Modelle betreffen. Die Programme müssen zunächst mit Millionen von Daten aus Büchern, Internet oder anderen Quellen trainiert werden, um auf dieser Grundlage möglichst genaue Antworten berechnen zu können.

Indes sind Rechtsfragen oft ungeklärt. KI-Firmen wie Anthropic argumentieren vor Gericht zumeist, dass der Grundsatz von »Fair Use« (faire Nutzung) die Verwendung urheberrechtlich geschützter Inhalte abdecke, da in der Folge etwas Neues entstehe.

Elvis Presley hatte einen jüdischen Familienhintergrund. Sowohl Anthropic als auch OpenAI wurden von Juden gegründet. dpa/ja

Medien

»Jüdin« auf der Stirn

Die entlassene Produzentin Lucie Kon erhält fast 500.000 Euro von der BBC nach Antisemitismus-Vorwürfen. Nach dem 7. Oktober 2023 wurde ihre Arbeit beim öffentlich-rechtlichen Sender unerträglich

von Jamie Shapiro  27.10.2026

Island

Wo die Mikwe eine heiße Quelle war

Seit diesem Jahr hat der Inselstaat erstmals ein jüdisches Gemeindezentrum. Juden spielten in der Geschichte des Landes allerdings eine wichtigere Rolle als bisher bekannt

von Elke Wittich  26.10.2026

Miami

Bei den koscheren Panthern

Seit 2015 gibt es an der Florida International University die jüdische Studierendenorganisation »Hillel«. Zu Besuch an einem Nachmittag im Oktober

von Katrin Richter  26.10.2026

USA

Schalom, Sydney?

Gossip-Alarm! Angeblich will Schauspielerin Sydney Sweeney Musik-Mogul Scooter Braun heiraten. Und dafür konvertieren

von Sophie Albers Ben Chamo  25.10.2026

Essay

Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?

Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  23.10.2026

Rom

Papst vor AJC-Delegation: »Kirche duldet keinen Antisemitismus«  

Erstmals empfing Leo XIV. im Vatikan eine Delegation des American Jewish Committee - und betonte in seiner Ansprache, dass der interreligiöse Dialog zum Weltfrieden beitrage

 22.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  21.10.2026

Interview

»Die Situation in Irland ist besonders dramatisch«

Daniel Botmann, der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht über seine jüngsten Besuche in Irland und Großbritannien und die Zusammenarbeit innerhalb der J7-Gruppe der großen jüdischen Gemeinden weltweit

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026

London

Jüdinnen auf offener Straße angegriffen

Die Opfer wurden im Stadtteil Clapton Common ins Gesicht geschlagen

 21.10.2026