Im Nordosten Londons sind drei jüdische Frauen tätlich angegriffen worden. Die Tat ereignete sich bereits am Montag. Laut Berichten des »Jerusalem News Syndicate« (JNS) und der Publikation »Jewish News« geht die Polizei dem Verdacht eines antisemitischen Hassverbrechens nach. Ein 33-jähriger Mann wurde festgenommen und befand sich am Dienstag weiterhin in Gewahrsam. Nach Angaben der Metropolitan Police erlitten die Frauen leichte Verletzungen.
Der Vorfall ereignete sich im Stadtteil Clapton Common. Alarmiert worden waren die Beamten gegen 13.40 Uhr, nachdem Mitglieder der jüdischen Sicherheitsorganisation Shomrim einen Verdächtigen gestellt hatten. Die Polizisten trafen kurz darauf ein und nahmen den Mann wegen des Verdachts auf rassistisch motivierte Körperverletzung fest.
Nach Darstellung von Shomrim hatte sich zunächst eine sichtbar jüdische Frau an die freiwilligen Helfer gewandt. Sie berichtete, ins Gesicht geschlagen worden zu sein. Rund 30 Sekunden nach dem Alarm seien die Helfer vor Ort gewesen und hätten beobachtet, wie eine weitere jüdische Frau zweimal ins Gesicht geschlagen worden sei. Eine der Betroffenen war mit einem Kinderwagen unterwegs.
Stärkung des Sicherheitsgefühls
Die Frauen hätten den Helfern gegenüber erklärt, sie gingen davon aus, wegen ihrer jüdischen Identität angegriffen worden zu sein, heißt es in dem JNS-Bericht. Die Polizei glaubt, dass sich weitere Opfer melden könnten.
Erica Crawshaw, eine leitende Polizeibeamtin, dankte den Shomrim-Mitgliedern dafür, den Verdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten zu haben. Der Vorfall sei beunruhigend und belastend, erklärte sie. Antisemitismus und Hasskriminalität würden nicht geduldet.
Die Polizei verstärkte nach dem Angriff ihre Streifen in der Gegend. Zudem suchten die Beamten das Gespräch mit Vertretern der jüdischen Gemeinde im Londoner Bezirk Hackney, um auf die Sorgen der Bewohner einzugehen und das Sicherheitsgefühl zu stärken.
Solidarität mit den Betroffenen
Der Europäische Jüdische Kongress verurteilte die Attacke ebenfalls. Jüdische Frauen dürften keine Gewalt befürchten müssen, nur weil sie als Jüdinnen erkennbar seien, erklärte die Organisation am Dienstag in einer Stellungnahme auf X. Sie bekundete ihre Solidarität mit den Betroffenen und der jüdischen Gemeinde Londons und würdigte das schnelle Eingreifen der Shomrim-Freiwilligen.
Dem 33-Jährigen wird außerdem vorgeworfen, am 16. Oktober in Islington eine Frau schwer verletzt zu haben, die ihn vermutlich kannte. In diesem Zusammenhang wurde er wegen des Verdachts auf Verursachung schwerer Körperverletzungen festgenommen.
Nach Auskunft der Polizei besteht bislang kein erkennbarer Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und den Angriffen auf die Jüdinnen. im