Antisemitismus

In Andorra wird zum Karneval eine Israel-Puppe hingerichtet

Die israelische Nachrichtenseite Ynet veröffentlichte verstörende Fotos vom Straßenkarneval in Andorra Foto: Ynetnews.com

Antisemitismus

In Andorra wird zum Karneval eine Israel-Puppe hingerichtet

In dem kleinen Fürstentum in den Pyrenäen wurde beim Karneval einer Puppe mit Davidstern der Prozess gemacht - die jüdische Gemeinschaft ist empört

 18.02.2026 15:29 Uhr

Ein Straßenkarneval im Pyrenäen-Kleinstaat Andorra sorgt für Schlagzeilen. In dem Ort Encamp wurde eine mit einem Davidstern versehene blau-weiße Strohpuppe zum »Rei Carnestoltes«, dem Karnevalskönig, erklärt. Diesem wurde dann symbolisch der Prozess gemacht, bevor er aufgehängt, gesteinigt, erschossen und schließlich verbrannt wurde.

Die jüdische Gemeinschaft Andorras reagierte entsetzt auf die diesjährige »Penjada« (Erhängung) des Rei Carnestoltes. Esther Pujol, eine der in Andorra lebenden Jüdinnen, nannte die Vorgänge in Encamp »völlig inakzeptabel«.

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Der israelischen Nachrichtenseite »Ynet« sagte Pujol: »Das ist ein Ritual, das sie jedes Jahr im Rahmen des Karnevals durchführen, bei dem sie sich über viele Dinge lustig machen. Aber dieses Mal haben sie die Puppe in den Farben der israelischen Flagge gekleidet und ihr einen Davidstern ins Gesicht gemalt.«

In einer Erklärung versuchte sich das Festkomitee an einer Rechtfertigung. Die Figur des Karnevalskönigs sei verwendet worden, um auf satirische Weise auf den Krieg zwischen Israelis und Palästinensern darzustellen und insbesondere auf die Rolle des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hinzuweisen. Auch sei es um den Aufstieg der extremen Rechten in zahlreichen Ländern weltweit gegangen. Man habe zu keinem Zeitpunkt eine Religion oder ein Volk kritisieren wollen, beteuerten die Veranstalter.

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Ein Vertreter des jüdischen Dachverbands CRIF in Südfrankreich ließ dies aber nicht gelten. Er nannte den Vorgang »unwürdig, skandalös und provokant« und brachte mögliche Sanktionen und gar einen Boykott Andorras ins Spiel. Frankreichs Staatspräsident ist gemeinsam mit dem Erzbischof von Barcelona Staatsoberhaupt des knapp 90.000 Einwohner umfassenden Fürstentums.

Vor einigen Jahren hatte der Straßenkarneval im belgischen Aalst für Aufregung gesorgt. Dort wurden ebenfalls antisemitische Motive gezeigt. mth

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