Nach dem Ausscheiden Marokkos gegen Frankreich im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft ist es in der Nacht in den Niederlanden zu Gewalt und auch zu antisemitischen Sprechchören gekommen.
Im Den Haag wurden Juden als »Krebsgeschwür« bezeichnet und Marokko-Fans brüllten Parolen wie »Alle Juden sind Schwuchteln« und »Hamas Hamas, Juden ins Gas«, wie Aufnahmen zeigen, die der Videojournalist Marc Wurfbain auf X veröffentlichte.
Die Polizei musste mit einem Großaufgebot einschreiten, um die Menschenmenge unter Kontrolle zu bringen. Elf Personen wurden vorläufig festgenommen. Laut »De Telegraaf« wurden einige Beamte mit Glasflaschen beworfen und mit Feuerwerkskörpern beschossen. In Amsterdam und Rotterdam kam es ebenfalls zu Ausschreitungen. Viele Menschen hatten zuvor das Spiel im Freien verfolgt.
Die niederländische Verteidigungsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Dilan Yesilgöz-Zegerius verurteilte die Vorkommnisse. Auf X schrieb sie: »Ein Land nach dem anderen wird ausgeschaltet. Das ist es, was ein Fußballturnier ausmacht. Wir ärgern uns und unser Leben geht weiter. Außer diese ‚Fans‘. Egal ob du gewinnst oder verlierst, Verrückte rasten aus. Dass die sich nicht schämen, dass die Welt sie so kennenlernt.«
Auch in anderen Ländern sorgte die 0:2-Niederlage Marokkos für eine unruhige Nacht. Während es in Paris ruhig blieb, kam es in London zu Zusammenstößen zwischen Randalierern und der Polizei. Ein Beamter wurde während des Einsatzes auf der Edgware Road verletzt. Die ersten Menschentrauben hatten bereits in der Halbzeit des Spiels versammelt. mth