Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Israelis am Mittwoch auf dem Mahane-Jehuda-Markt in Jerusalem Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Nach der Ankündigung von Waffenruhen zwischen den USA und dem Iran sowie zwischen Israel und dem Libanon überwiegen unter israelischen Bürgern laut einer neuen Umfrage Skepsis, Erschöpfung und wachsendes Misstrauen gegenüber der politischen Führung. Die Untersuchung der Hebräischen Universität Jerusalem zeichnet ein düsteres Stimmungsbild.

Die Forscher erklärten laut israelischen Medien, die Ergebnisse wiesen auf Verzweiflung und Pessimismus als vorherrschende Gefühle hin, begleitet von hoher Erschöpfung und der klaren Erwartung, dass der Konflikt noch lange nicht vorbei sei.

Besonders kritisch bewerten viele Befragte die diplomatische Verständigung zwischen Washington und Teheran. Rund 70 Prozent sehen darin demnach ein Entgegenkommen der USA gegenüber dem Iran. Etwa zwei Drittel lehnen die Feuerpause ab.

Militärische Lage

Zugleich halten etwa vier von fünf Teilnehmern ein tragfähiges Abkommen zwischen beiden Staaten für unwahrscheinlich oder gar unmöglich. Ebenso viele meinen, eine solche Einigung würde Israels Sicherheit gefährden.

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Auch die Einschätzung der militärischen Lage fällt zurückhaltend aus. Die Mehrheit glaubt laut Umfrage nicht, dass Iran oder die libanesische Terrororganisation Hisbollah entscheidend geschwächt wurden. Weniger als ein Viertel geht davon aus, dass Teheran Jahre für eine Erholung benötigen würde. Bei der Hisbollah ist das Vertrauen in eine langfristige Wirkung des militärischen Vorgehens Israels noch geringer.

Hinzu kommt ein zunehmendes Informationsdefizit in der Bevölkerung. Mehr als 70 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Öffentlichkeit kein vollständiges und verlässliches Bild über den Verlauf des Krieges erhält. Nach Angaben der Wissenschaftler wächst damit auch die Sorge um die nationale Sicherheit.

Schlaflose Nächte

Im Vergleich zur Stimmung zu Beginn des Krieges hat sich die Haltung der Israelis deutlich verändert. Auch dies geht aus den Umfrageergebnissen hervor. Mehr als 60 Prozent erklärten, die aktuelle Lage sei schlechter als erwartet. Weniger als 40 Prozent sagten, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären.

Zudem berichteten 58 Prozent von Erschöpfung, auch wegen durch Raketenalarme verursachten schlaflosen Nächten. Mehr als die Hälfte dieser Gruppe gab an, dass der Krieg das tägliche Leben massiv beeinträchtige. im

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