Studie aus Israel

KI treibt Arbeitslosigkeit bei Programmierern und Verkäufern nach oben

Foto: picture alliance / Zoonar

Künstliche Intelligenz verändert nach Einschätzung israelischer Forscher bereits spürbar den Arbeitsmarkt. Eine neue Untersuchung des Taub Center kommt zu dem Ergebnis, dass KI einen messbaren Anteil am Anstieg der Arbeitslosigkeit in besonders betroffenen Berufen hat – vor allem in der Softwareentwicklung und im Telefonvertrieb. »Ynet« und andere israelische Medien berichteten.

Demnach geht bei Programmierern zwischen 12 und 20 Prozent des jüngsten Anstiegs der Erwerbslosigkeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zurück. Bei Telemarketing- und Verkaufsjobs liegt der entsprechende Wert zwischen 10 und 26 Prozent. Im Mittel sprechen die Autoren von rund 15 Prozent bei Entwicklern und etwa 18 Prozent im Vertrieb.

Besonders betroffen seien Tätigkeiten, die noch vor wenigen Jahren als gefragt und krisensicher galten. Dazu zählen Softwareentwicklung, Content-Produktion, Finanzberufe sowie Kundenservice. Diese Bereiche hätten 2022 noch sehr niedrige Arbeitslosenquoten verzeichnet, inzwischen steige dort die Zahl der Jobsuchenden jedoch besonders stark.

Hightech und Finanz

Nach Angaben des israelischen Statistikamts meldeten Unternehmen bereits Mitte 2025 sinkenden Personalbedarf durch KI. Arbeitgeber von rund drei Prozent aller Beschäftigten erklärten demnach, wegen künstlicher Intelligenz weniger Arbeitskräfte zu benötigen. Etwa die Hälfte dieses Rückgangs entfalle auf Einstellungsstopps, die andere Hälfte auf Stellenabbau. Besonders deutlich sei der Effekt in Hightech und Finanzbranche, wo Unternehmen ihre Belegschaften um 5,5 Prozent reduzierten.

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Der Ökonom Michael Dvashoi sagte laut »Ynet«: »Die berufliche Zusammensetzung der Arbeitslosen in Israel verändert sich vor unseren Augen.« Immer mehr Menschen kämen aus Bereichen wie Hightech, Finanzen, Vertrieb, Kundenservice und Content-Erstellung – also aus Branchen, in denen KI zunehmend eine wichtige Rolle spiele.

Hinzu kommt laut Studie ein wachsender Nachteil für Berufseinsteiger. Unternehmen bevorzugten zunehmend erfahrene Fachkräfte, weil diese mithilfe von KI deutlich produktiver arbeiten könnten. Besonders bei Programmierern werde sichtbar, dass junge Bewerber schwerer in den Markt kämen.

Taub-Center-Experte Gil Epstein sagte dazu: »Juniors zahlen als Erste den Preis.« Er warnte zugleich vor einem grundlegenden Wandel: »Die Zeit der Immunität für Hightech-Beschäftigte ist vorbei.« KI mische die Karten auf dem Arbeitsmarkt neu. im

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