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Westjordanland

Terroranschlag nahe Hebron: Was bislang bekannt ist

Ein Journalist am Tatort des Angriffs Foto: IMAGO/JNA Press

Bei einem Terrorangriff nahe Hebron sind am Freitagmorgen drei Menschen verletzt worden, zwei erlagen ihren Verletzungen.

Soldaten der israelischen Armee töteten nach einem mehr als 20 Minuten dauernden Feuergefecht zwei palästinensische Terroristen, die Verbindungen zur Hamas gehabt haben sollen. Die Sicherheitskräfte fanden anschließend in ihrem Fahrzeug größere Mengen Munition und Sprengstoff.

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Die beiden Angreifer wurden als Hamouda Wael Mohammed Jaaba und Firas Samir Mohammed Jaaba identifiziert. Die 27 Jahre alten Männer stammten aus Hebron, waren miteinander verwandt und hatten jeweils zwei Kinder.

Nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden wollten sie offenbar einen größeren Anschlag verüben. Ihr ursprüngliches Ziel und die Frage, ob sie auf eigene Initiative handelten oder Unterstützung von einer Organisation erhielten, sind noch Gegenstand der Ermittlungen.

Nach bisherigen Erkenntnissen änderten die Täter ihren Plan, als sie in der Gegend eintrafen. Sie verließen ihr Fahrzeug und eröffneten das Feuer. Aufnahmen zeigen, wie sie sich zwischenzeitlich zu ihrem Wagen zurückzogen, weitere Waffen und Munition holten und anschließend über einen Zaun kletterten, um den Angriff fortzusetzen.

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Die Terroristen setzten automatische Waffen ein und suchten während des Gefechts Deckung. Weitere Soldaten rückten an, darunter der stellvertretende Kommandeur eines Bataillons aus einem benachbarten Einsatzgebiet. Schließlich gelang es den israelischen Kräften, die Angreifer zu umgehen und zu töten. Nach Angaben der Armee waren der stellvertretende Kommandeur des Ari-Bataillons des Heimatfrontkommandos und ein Kompaniechef maßgeblich daran beteiligt.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP dokumentierte das Geschehen am Tatort. Seine Bilder zeigen unter anderem den Schusswechsel, das Nachladen der Waffen durch die Angreifer und später deren Leichen. Die israelische Armee kündigte zuerst an, untersuchen zu wollen, warum der Fotograf so früh am Ort des Anschlags war, ob er zufällig dort war oder zuvor Hinweise auf den geplanten Angriff erhalten hatte.

Wenige Stunden darauf stellte die Polizei klar, dass der AFP-Fotograf keine Vorabinformationen über den Terroranschlag im Westjordanland hatte. Die israelische Polizei sagt, dass der AFP-Fotograf nicht verdächtigt wird, etwas von der Attacke in Hebron vorher gewusst zu haben.

Schnelles Eingreifen

Ermittler gehen Medienberichten zufolge davon aus, dass die beiden Männer möglicherweise auf größere Verkehrsachsen gelangen und ihren Angriff gegen Zivilisten in Israel fortsetzen wollten. Auf der west-östlichen Schnellstraße 35 stießen sie jedoch auf israelische Soldaten. Ob weitere Personen in die Vorbereitung eingebunden waren, ist noch unklar.

Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir ließ sich nach dem Anschlag von führenden Militärs über den Verlauf und die bisherigen Ermittlungsergebnisse informieren. An der Lagebesprechung nahmen unter anderem der Chef des Zentralkommandos, der Leiter der Operationsabteilung und der Chef des Militärgeheimdienstes teil. Zamir lobte das schnelle Eingreifen der Soldaten des Ari-Bataillons. Ihr Vorgehen habe verhindert, dass noch mehr Menschen zu Schaden gekommen seien, erklärte er.

Zamir billigte bei der Besprechung Maßnahmen des Zentralkommandos, darunter eine vollständige Abriegelung Hebrons und weiterer Ortschaften in der Umgebung. Zudem sollen die Sicherheitskräfte ihre Festnahmen und nachrichtendienstlichen Aktivitäten in der Region intensivieren. Der Generalstabschef wies die Armee außerdem an, bei Bedarf zusätzliche Truppen in das Gebiet zu verlegen.

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Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, er habe die Armee und die Sicherheitsbehörden angewiesen, Hebron unverzüglich abzuriegeln und eine umfassende Abriegelung des gesamten Westjordanlands vorzubereiten. In der Folge sperrten die Sicherheitskräfte Hebron und Halhul für den Verkehr hinein und hinaus. Kontrollpunkte sollen mögliche Nachahmungstaten verhindern. Zudem wurden zusätzliche Fahrzeugkontrollen auf wichtigen Straßen eingeführt.

Die Sicherheitsmaßnahmen wurden auch auf die Städte Dschenin, Nablus und Jericho ausgeweitet. Die Armee durchsuchte weitere Orte und begann mit technischen Maßnahmen zur Untersuchung der Tat sowie mit der Kartierung der Wohnhäuser der beiden Angreifer. Weil die Männer derselben Großfamilie angehörten und in unmittelbarer Nähe zueinander lebten, wollen die Ermittler auch ihr persönliches Umfeld überprüfen und mögliche Verbindungen zu weiteren Beteiligten aufklären.

Der Anschlag ereignete sich in einer Phase erhöhter Spannungen. Neben der bevorstehenden Parlamentswahl in Israel beschäftigt die Sicherheitskräfte auch die Olivenernte, während der es im Westjordanland wiederholt zu Zwischenfällen kommt. Die Armee rechnet mit der Möglichkeit weiterer Angriffe und hat ihre Vorbereitungen verstärkt.

Soldaten der Aufklärungseinheit

In mehreren Gebieten wurden zusätzliche Einheiten eingesetzt, darunter Fallschirmjäger und Soldaten der Aufklärungseinheit der Nahal-Brigade. Insgesamt kamen acht weitere Kompanien hinzu. Die Sicherheitsbehörden sehen Risiken sowohl für israelische Ziele im Westjordanland als auch für mögliche Anschläge innerhalb Israels.

Der amerikanische Botschafter in Israel, Mike Huckabee, erklärte, der palästinensische Terroranschlag wäre ein »noch katastrophaleres Ereignis« gewesen, hätten die IDF nicht so schnell reagiert. Huckabee stellte auf X eine rhetorische Frage: »Wird es darüber in den Medien genau so viel Berichterstattung geben, wie über Olivenpflücker, die ihre Aktivitäten nicht ankündigten und daher festgenommen wurden?« im

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