Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Foto: picture alliance / Zoonar

Wer auf Dating-Apps mehr als ein aufgelistetes Profil bietet, hat bessere Chancen – das legt eine neue Studie der Reichman-Universität in Herzliya nahe. Demnach wecken Selbstbeschreibungen, die wie eine persönliche Geschichte klingen, deutlich mehr Empathie und romantisches Interesse als sachliche Aufzählungen von Eigenschaften und Fakten. »Ynet« berichtete.

Für die Untersuchung, die von Gurit Birnbaum von der Baruch-Ivcher-Fakultät für Psychologie geleitet wurde, analysierten die Forscher das Verhalten von 594 Teilnehmenden im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. In drei Experimenten wurden identische Informationen in unterschiedlicher Form präsentiert – einmal als nüchterne Liste, einmal als persönliche Erzählung. Das Ergebnis war eindeutig: Die narrative Form löste stärkere emotionale Reaktionen aus und führte zu größerem Interesse an der beschriebenen Person.

Ähnliches gilt für Bilder. Eine Fotoserie, die einen typischen Tagesablauf zeigt, hinterließ einen positiveren Eindruck als eine Sammlung unzusammenhängender Aufnahmen. Den stärksten Effekt erzielte die Kombination aus erzählendem Text und thematisch stimmigen Fotos.

Lesen Sie auch

Birnbaum veranschaulicht den Unterschied an einem Beispiel: Ein nicht-narratives Profil könnte lauten: »Uri, aus der Kunstwelt. Ich habe früh Gitarre gelernt. Nach dem Militärdienst und einer Zeit als Barkeeper reiste ich mit Freunden durch Südamerika. Heute studiere ich Wirtschaft und arbeite in der High-Tech-Branche.« Eine narrative Version desselben Profils hingegen beginnt persönlicher: »Hi, ich bin Uri. Kunst hat mich schon immer angezogen. Mein Großvater glaubte, Musik verbindet Menschen – mit sieben schenkte er mir eine Gitarre, die seitdem ein Teil von mir ist.«

Die Forscherin betont, dass es dabei nicht darauf ankommt, was man über sich preisgibt, sondern wie man es tut: »Der Unterschied lag nicht in den offenbarten Informationen, sondern in der Art ihrer Präsentation.« Statt sich als »guter Koch« zu beschreiben, empfiehlt Birnbaum etwa zu schreiben: »Ich fahre anderthalb Stunden nach Norden, nur um einen Hummus-Laden auszuprobieren, von dem ich gehört habe – und versuche dann zu Hause bis zwei Uhr nachts, das Rezept nachzukochen.«

Zur wachsenden Verbreitung von KI-generierten Profiltexten äußerte sich Birnbaum differenziert. Wer KI nutze, um einen selbst verfassten Text zu verfeinern, handele weniger problematisch. Anders sei es, wenn die KI den gesamten Text erstelle: »Das Ergebnis ist oft generisch und ohne Persönlichkeit – und wirft die Frage auf: Wo bist du darin? Am Ende flirten möglicherweise zwei Chatbots miteinander, anstatt dass zwei Menschen versuchen herauszufinden, ob sie zueinanderpassen.« im

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Jerusalem

Israel-Libanon-Gespräche: Netanjahu kündigt Verbleib der Armee im Südlibanon an

»Die IDF wird weiterhin entschlossen handeln, um Bedrohungen für unsere Soldaten und Zivilisten abzuwehren«, sagt die israelische Regierung

 23.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: Israel hat iranische Bombe verhindert

Israels Premier bezeichnete den Angriff auf den Iran als »größte Luftoperation« in der Geschichte des Landes

 22.06.2026

Bildung

Israel setzt auf Künstliche Intelligenz im Englischunterricht

Der Start des Programms fällt in eine Phase, in der die Schulen des jüdischen Staates mit erheblichen Problemen beim Sprachenunterricht kämpfen

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Süd-Libanon

Israelische Armee entdeckt Hisbollah-Tunnel mit Raketenstellungen

IDF: Die Raketenschächte sind durch Luftangriffe nur sehr schwer oder gar nicht zerstörbar

 22.06.2026

Absichtserklärung

Trumps Frieden – Irans Sieg

Während der US-Präsident das Memorandum mit Teheran als Durchbruch feiert, warnen Experten in Israel vor Zugeständnissen bei der Atomfrage und im Libanon

von Sabine Brandes  21.06.2026

Jerusalem

Umfrage: 92 Prozent der Israelis sehen Iran als Kriegssieger

Nur wenige Israelis halten die Kriegsführung ihrer Regierung für erfolgreich. Die Mehrheit sieht eine geschwächte Sicherheit und unerreichte Ziele.

 21.06.2026

Jerusalem

Israel lehnt Einschränkungen im Kampf gegen Hisbollah ab

Verteidigungsminister Israel Katz kündigt an, dass die israelische Armee auch weiterhin »Maßnahmen zur Beseitigung von Bedrohungen« im Südlibanon ergreifen könne

 21.06.2026