Glasgow

Start-ups gegen Klimawandel

Israels Regierungschef Naftali Bennett bei seiner Rede beim Weltklimagipfel in Glasgow Foto: Government Press Office Haim Zach

Er will die Kraft der Start-ups seines Landes nutzen, um gegen den Klimawandel mobil zu machen. Das sagte der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett am Montag auf der COP26 Klimakonferenz der Vereinten Nationen im schottischen Glasgow. Der Premier ist mit einer 120-köpfigen Delegation angereist.

»Israel befindet sich am Anfang einer Revolution in Sachen Klimawandel«, sagte er. »Die Welt muss jetzt handeln oder es wird zu spät für unsere Kinder sein.« Bennett erklärte, dass sein Land einen »Plan der hundert Stufen« entwickelt und sich verpflichtet hat, die Treibhausgase bis zum Jahr 2050 auf Null zu reduzieren. Kohle soll bereits im Jahr 2025 ausgeschlichen werden. Obwohl Israel als kleines Land einen winzigen CO2-Fußabdruck hinterlasse, könne es doch durch seine innovativen Technologien großen Einfluss auf das Klima haben.

»Wir müssen Israels wichtigste Quelle der Energie hinzufügen - die Energie der Gehirne unseres Volkes.«

premier naftali bennett

»Wir müssen Israels wichtigste Quelle der Energie hinzufügen – die Energie der Gehirne unseres Volkes. Dies ist, was unsere Innovation und unsere Besonderheit nährt. Damit kann Israel einen echten Wandel herbeiführen.« Bennett rief die Unternehmer auf, Anführer der globalen Klimaantwort zu sein. »Statt eine neue gehypte App zu bauen, gründet Start-ups, die dabei helfen, diese globale Bedrohung in den Griff zu bekommen.«

SANDKASTEN Die Regierung in Jerusalem habe dafür eine Arbeitsgruppe gegründet, genannt »grüner Sandkasten«, die Firmengründern mit Finanzmitteln und Hilfe bei bürokratischen Hürden zur Seite stehen soll. »Wir arbeiten an der Sicherheit für die Menschen und auch an der Widerstandsfähigkeit von morgen. Damit unsere Kinder eine saubere Luft atmen, sauberes Wasser trinken können und in einer Welt leben, die den Planeten besser behandeln als wir. Israel ist die Klima-Innovationsnation, und wir sind bereit, dabei anzuführen.«

Mehr als 120 Staatschefs aus aller Welt treffen sich dieser Tage in Glasgow, um den Klimawandel wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Abwesend sind die größten Verschmutzer, darunter Chinas Xi Jinping, Wladimir Putin aus Russland und der Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro.

US-Präsident Biden entschuldigte sich in seiner Rede für die »Fehler, die die vorherige Regierung im Weißen Haus begangen hat, vor allem den Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen«. Biden hatte nur wenige Stunden nach einer Amtsübernahme den Wiedereintritt unterzeichnet.

Eine Studie zeigt, dass sich Israel fast zweimal so schnell erwärmt wie der Rest der Welt.

Daten von nationalen israelischen Umweltorganisationen zeigen, dass sich der Nahoststaat fast zweimal so schnell erwärmt wie der Rest der Welt. Diese Erkenntnis veröffentlichten der meteorologische Dienst Israels und die Abteilung Forschung der Knesset bereits vor zwei Jahren in einer Studie, die den Wandel des Klimas von den 50er-Jahren bis heute zeigt.

STUDIE Im Durchschnitt wurde dabei eine Erwärmung von 1,4 Grad Celsius gemessen. Vor allem seit Beginn der 90er-Jahre erhöhte sich die Erwärmung rapide. Die Studie schlussfolgert, dass die Erwärmungsrate in den vergangenen drei Jahrzehnten nahezu dreimal größer ist als der Durchschnitt in den sieben Jahrzehnten von 1950 bis heute.

»Eine Änderung des Verhaltens wird uns nur bis zu einem bestimmten Punkt bringen«, resümierte Ministerpräsident Bennett in Glasgow. »Die nachfolgenden Generationen werden uns daran messen, wie wir dieser Bedrohung entgegengetreten sind. Doch nicht daran, wie ambitioniert wir sind, sondern nur an den praktischen Schritten, die wir unternommen haben.«

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