Vermisst

Sechs Monate Warten in Angst

Uriel Baruch (35) war besonders hilfsbereit. Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Sechs Monate Warten in Angst

Lange war ungewiss, ob der Familienvater Uriel Baruch noch lebte

von Sophie Albers Ben Chamo  07.08.2025 09:40 Uhr

Uriel Baruch war mit seinem Freund Michel Yoav am 6. Oktober 2023 zum Nova-Rave in den Negev gefahren, um die Nacht durchzutanzen. Seine Familie sah ihn am nächsten Morgen zum letzten Mal in einem Video, das von Terroristen in den sozialen Medien verbreitet wurde. Darin war Baruchs Auto zu sehen, in dem der offenbar tote Yoav saß. Baruch lag davor auf dem Boden.

Als die Sirenen heulten, hatten sie versucht, vom Ort des größten Massakers an Juden seit der Schoa zu entkommen, und waren von den Hamas-Schergen abgefangen worden. Baruch hatte seine Frau Racheli noch angerufen, um ihr zu sagen, was geschehen war. Schließlich habe sie nur noch »Allahu Akbar«-Rufe gehört, zitierte sie die Tageszeitung »Haaretz«.

Die Familie wusste nicht, ob Baruch tot war, ob er lebte oder ob er verletzt war, und suchte in jedem Krankenhaus des Landes nach ihm.

Die Familie wusste nicht, ob Baruch tot war, ob er lebte oder ob er verletzt war, und suchte in jedem Krankenhaus des Landes nach ihm. Vielleicht war er zu schwer verletzt und hatte noch nicht identifiziert werden können. Elf Tage später wurden die Angehörigen von der Armee darüber informiert, dass am Auto kein Blut von Baruch gefunden worden sei, und die Hoffnung wuchs, dass er noch am Leben war.

Eine Woche später wurde der Familie mitgeteilt, dass der Vater von zwei Kindern als Geisel nach Gaza verschleppt worden sei. Weitere sechs Monate voller Angst und verzweifelter Hoffnung sollten vergehen, bis die schreckliche Nachricht sie erreichte, dass der 35-Jährige in Gefangenschaft ermordet wurde und die Hamas seinen Leichnam festhält.

Lesen Sie auch

Baruch hinterlässt seine Frau und zwei Söhne. Die Familie lebte in der Givon-Siedlung nahe Jerusalem. Freunde und Bekannte erinnern sich an einen fröhlichen, lebensbejahenden Menschen. Er arbeitete im Bauwesen und liebte Techno. »Uriel war immer von Freunden umgeben.« Er habe jeden unterstützt, der in Not war, sagen Angehörige. »Er gab alles, was er in der Tasche hatte.« Seine Frau hatte er auf einer Party kennengelernt, und sie hätten »sofort gemerkt, dass wir zusammengehören«, so Racheli Baruch. Sie seien sehr unterschiedlich gewesen, aber im Grunde »zwei Hälften eines Ganzen«.

Jom Hasikaron

So viele Verluste

Mein Vater floh vor der Schoa, wurde beinahe in seinem Kibbuz ermordet und starb als Flüchtling im eigenen Land. Der Gedenktag wird dieses Jahr für mich besonders schmerzhaft sein

von Eshkar Eldan Cohen  20.04.2026

Jom Hasikaron

Wenn Hunde heilen

Ein Projekt in Israel bringt Soldaten und traumatisierte Überlebende mit jungen Hunden zusammen – und schafft stille Rettungsräume im Alltag. Eine Begegnung im Yarkon-Park in Tel Aviv

von Sabine Brandes  20.04.2026

Israel

Herzog zeichnet Milei mit Ehrenmedaille aus

Javier Milei erhält in Jerusalem die höchste zivile Auszeichnung des jüdischen Staates. Der argentinische Präsident stellte sich im Konflikt mit dem Iran klar an die Seite Israels und der USA

 20.04.2026

Jom Hasikaron

Schmerz und Erinnerung im Herzen der Stadt

Welche Zukunft hat der Gedenkort der Terroropfer und gefallenen Soldaten am zentralen Dizengoff-Platz in Tel Aviv?

von Sabine Brandes  20.04.2026

Waffenruhe

Präsident Aoun: Libanon verhandelt alleine mit Israel

Seit ein paar Tage gilt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon eine Waffenruhe. Die Regierung in Beirut will dauerhafte Stabilität für den Mittelstaat erreichen

 20.04.2026

Nahost

Soldat schlägt auf Jesus-Statue ein. Israel kündigt harte Strafe an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Attacke »aufs Schärfste«. Das israelische Militär kündigte »angemessene Maßnahmen« gegen alle Beteiligten an

 20.04.2026

Nahost

Iran richtet zwei Männer hin

Den Verurteilten wurde vorgeworfen, für den Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprechen jedoch davon, dass es sich um politische Gefangene gehandelt habe

 20.04.2026

Nord-Israel

Kiryat Schmona: Bewohner demonstrieren gegen Waffenruhe mit Hisbollah

Die Demonstranten werfen der Regierung vor, die Sicherheitsinteressen des Nordens preiszugeben

 20.04.2026

Staatsbesuch

Milei sagt Israel Unterstützung zu – Direktflüge und Botschaftsumzug angekündigt

Neben der Politik kommt die Kultur nicht zu kurz: Für eine israelische Fernsehsendung zum morgigen Jom Haatzmaut singt der argentinische Präsident einen Song

 20.04.2026