Der Libanon will künftige bilaterale Verhandlungen mit Israel ausschließlich über eine Delegation unter dem ehemaligen Botschafter in Washington, Simon Karam, führen. Keine andere Partei werde an dem Prozess beteiligt oder den Libanon vertreten, betonte Präsident Aoun in der Hauptstadt Beirut.
»Die Entscheidung für Verhandlungen zielt darauf ab, die Feindseligkeiten zu beenden, die israelische Besetzung südlicher Gebiete zu beenden und die Armee bis zu den international anerkannten südlichen Grenzen zu stationieren«, betonte Aoun.
Nachdem die vom Iran finanzierte Terror-Miliz Hisbollah Israel nach Ausbruch des Iran-Kriegs mit Raketen beschossen hatte, war die israelische Armee in den Südlibanon vorgerückt, um die Miliz zu bekämpfen. Laut einer Resolution des UN-Sicherheitsrates, die 2006 verabschiedet wurde, ist die Hisbollah eigentlich verpflichtet, sich hinter den Fluss Litani zurückzuziehen. Allerdings gelang es weder der libanesischen Regierung, noch im Südlibanon eigens dafür stationierten Blauhelm-Truppen, die Resolution umsetzen.
Telefonat mit Trump
Der Präsident erklärte zudem, US-Präsident Donald Trump habe in einem jüngsten Telefonat Verständnis für die libanesischen Forderungen gezeigt und bei Israel interveniert, um eine Waffenruhe zu ermöglichen und einen Verhandlungspfad vorzubereiten. Nach Angaben Aouns sollen die Kontakte mit Washington fortgesetzt werden, um die Waffenruhe zu stabilisieren und den Beginn der Gespräche zu ermöglichen.
Der Präsident betonte, die bevorstehenden Verhandlungen seien klar von anderen Gesprächen getrennt zu betrachten. Der Libanon hat sich zuletzt deutlich vom iranischen Einfluss distanziert und will einen dauerhaften Waffenstillstand unabhängig vom Krieg im Iran erzielen.
In der Nacht zum Freitag trat im Libanon eine Waffenruhe in Kraft. Seitdem kam es aber zu neuen Zwischenfällen. Die vergangenen sechs Wochen hatte die vom Iran finanzierte Terror-Miliz Hisbollah mit Israel Krieg geführt. Die libanesische Regierung und ihre Armee sind nicht Konfliktpartei. dpa/ja