Staatsbesuch

Milei sagt Israel Unterstützung zu – Direktflüge und Botschaftsumzug angekündigt

Argentiniens Präsident Javier Milei singt für eine Sendung zum Unabhängigkeitstag Israels den spanischen Song »Libre«. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Argentiniens Präsident Javier Milei hat bei seinem Besuch in Jerusalem die enge Partnerschaft mit Israel bekräftigt und zugleich seine Unterstützung für das gemeinsame Vorgehen Israels und der USA gegen den Iran ausgedrückt. Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte Milei zudem direkte Flugverbindungen zwischen Tel Aviv und Buenos Aires sowie den Umzug der argentinischen Botschaft nach Jerusalem an.

Es ist bereits Mileis dritter Israel-Besuch innerhalb von zwei Jahren seit seinem Amtsantritt. Bei seiner Ankunft in Jerusalem begrüßten sich beide Politiker demonstrativ herzlich. Netanjahu sagte zu seinem Gast: »Es wärmt mein Herz, dass du hier bist.«

Noch in diesem Jahr sollen erstmals Nonstop-Flüge zwischen Israel und Argentinien starten. Nach Angaben beider Seiten ist der Beginn für Dezember geplant. Die Strecke soll von El Al bedient werden. Der Flug von Tel Aviv nach Buenos Aires soll rund 16 Stunden dauern, in Gegenrichtung etwa 15 Stunden.

Sicherheit und Technologie

Netanjahu erklärte, Milei habe die beiden Völker näher zusammengebracht. »Jetzt bringen wir sie noch näher zusammen.« Die neue Verbindung solle Handel, Tourismus und politische Kontakte erleichtern.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand zudem die Unterzeichnung sogenannter »Isaac Accords«. Dabei handelt es sich um strategische Vereinbarungen in den Bereichen Sicherheit, Technologie und künstliche Intelligenz. Der Name lehnt sich an die Abraham-Abkommen an, mit denen Israel 2020 Beziehungen zu mehreren arabischen Staaten normalisiert hatte.

Netanjahu sprach von einer Rückkehr zu einer »Allianz der Freiheit« in Südamerika. Mileis Initiative solle die Nachkommen Isaaks und Nationen jüdisch-christlicher Tradition zusammenführen – »zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie sowie im Kampf gegen Terrorismus, Antisemitismus und Drogenhandel«.

Wirtschaftliches Potenzial

Nach Angaben beider Regierungen wollen sich die Partner auch gegen iranische Einflussversuche in der westlichen Hemisphäre abstimmen. Genannt wurden insbesondere mutmaßliche terroristische Netzwerke und operative Strukturen Teherans in Lateinamerika.

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Milei hob das wirtschaftliche Potenzial der Zusammenarbeit hervor. »Israel ist heute eine führende technologische Macht, und Argentinien hat das Humankapital und die regulatorische Freiheit, um das nächste KI-Zentrum der Welt zu werden.« Man wolle gemeinsame Modelle entwickeln, Fachkräfte ausbilden und international enger kooperieren.

Mit Blick auf den Konflikt mit dem Iran erneuerte Milei seine politische Unterstützung für Israel und die Vereinigten Staaten. Er verwies dabei auf die Terroranschläge auf die israelische Botschaft in Buenos Aires 1992 sowie auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA im Jahr 1994, bei denen insgesamt mehr als 100 Menschen ermordet wurden. »Bis heute suchen wir Gerechtigkeit«, sagte der Präsident.

Botschaft in Hauptstadt

Argentinische Gerichte machen den Iran und die Hisbollah für beide Attentate verantwortlich. Teheran weist jede Beteiligung zurück und verweigert seit Jahren die Auslieferung von Verdächtigen.

Milei kündigte außerdem erneut an: »Wir werden die Botschaft nach Jerusalem verlegen.« Sollte der Schritt umgesetzt werden, wäre Argentinien das achte Land mit einer Botschaft in Israels Hauptstadt.

Bei der Zeremonie war auch der amerikanische Botschafter in Israel, Mike Huckabee, anwesend. Er sagte: »Ich stehe hier neben zwei der größten Verbündeten von Präsident Trump.«

Teilnahme an Aufzeichnung

Netanjahu würdigte Milei darüber hinaus als engen persönlichen Freund Israels. Er kündigte an, dass der argentinische Präsident als erster ausländischer Staatsgast überhaupt eine Fackel bei der israelischen Unabhängigkeitsfeier entzünden werde. Milei nahm bereits an einer Aufzeichnung der Zeremonie teil und sang dort auf der Bühne das spanische Lied »Libre«.

Argentinien beherbergt mit rund 300.000 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinschaft Lateinamerikas. Die meisten leben in Buenos Aires. im

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