Jerusalem

Schin Bet ermittelt wegen Betäubungsmitteln in Babynahrung

Babynahrung im Supermarkt »Rami Levy« in Jerusalem (2022) Foto: Copyright (c) Flash 90 2022

Bereits letzte Woche teilte das israelische Gesundheitsministerium mit, in Babynahrung der Marke Prinok seien Rückstände starker Beruhigungsmittel entdeckt worden. Nun ermittelt auch der Inlandsgeheimdienst Schin Bet.

Laut Ministerium wurden bei Laboruntersuchungen die Substanzen Clonazepam und Lorazepam in Fruchtpüree-Gläsern für Kleinkinder nachgewiesen. Diese waren in zwei Filialen der Supermarktkette Zol U’Begadol in Jerusalem verkauft worden. Schon allein die Tatsache, dass das Problem örtlich eingegrenzt werden konnte, wirft große Fragen auf.

Die betroffenen Geschäfte befinden sich in der Jaffa-Straße. Beide Filialen wurden nach Ministeriumsangaben vom 17. Juni umgehend geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war vor allem die Polizei mit Ermittlungen beschäftigt.

Beruhigungsmedikamente und Angstlöser

Das Ministerium betonte, dass es sich um Benzodiazepine handelt, also verschreibungspflichtige Wirkstoffe aus der Gruppe der Beruhigungsmedikamente und Angstlöser. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Substanzen nicht in der Produktionsstätte des Herstellers der Babynahrung hinzugefügt. Bei Tests an Produkten aus dem Import- und Lieferumfeld wurden unauffällige Ergebnisse registriert.

Aus diesem Grund wurde kein landesweiter Rückruf aller Prinok-Produkte angeordnet. Es gebe bislang keinen Hinweis auf einen Herstellungsfehler oder eine Kontamination in der Fabrik, hieß es. Filialleiter der betroffenen Geschäfte bereits vernommen.

Parallel dazu wurden in der vergangenen Woche Krankenhäuser in der Region Jerusalem angewiesen, besonders aufmerksam auf Säuglinge und Kleinkinder mit möglichen Symptomen einer Benzodiazepin-Exposition zu reagieren. Ärzte sollten entsprechende Fälle melden. Alle Kinder, die nach dem Verzehr der betroffenen Produkte stationär behandelt wurden, sind dem Ministerium zufolge längst wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

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Verschlossenen und unbeschädigt

Eltern in Israel wurden dennoch zur Vorsicht aufgerufen. Symptome wie ungewöhnliche Schläfrigkeit, starke Müdigkeit oder verwaschene Sprache sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Zudem solle in solchen Fällen eine spezielle Hotline des Gesundheitsministeriums kontaktiert werden.

Besondere Vorsicht gelte beim Kauf von Lebensmitteln für Kinder: Produkte sollten nur in verschlossenen, unbeschädigten und korrekt etikettierten Verpackungen gekauft werden. Ware aus den betroffenen Filialen dürfen nicht mehr verwendet werden, ebenso keine Produkte mit auffälligem Aussehen, Geruch oder beschädigtem Verschluss.

Da die Ermittlungen zu keinen entscheidenden Ergebnissen führten, wurden sie israelischen Medienberichten nach jetzt ausgeweitet. Die Polizei prüft demnach, ob die Substanzen absichtlich in die Gläser eingebracht wurden.

Teilnahmslosigkeit und Verwirrtheit

Insgesamt waren mindestens vier Kleinkinder nach dem Verzehr der mit Medikamenten angereicherten Fruchtpürees in das Hadassah-University Medical Center in Jerusalem eingeliefert worden. Symptome wie Schwäche, Teilnahmslosigkeit und Verwirrtheit traten auf. Alle Kinder wurden inzwischen wieder zu Hause.

Untersucht werden laut Berichten sowohl kriminelle als auch andere Motive. im

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