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Premier Netanjahu kritisiert Generalstreik

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Premier Netanjahu kritisiert Generalstreik

Hunderttausende sind am Sonntag für einen Geiseldeal und ein Ende des Krieges auf die Straße gegangen. Sie könnten damit die Befreiung der Geiseln gefährden, behauptet der Premierminister

 18.08.2025 09:50 Uhr

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den landesweiten Generalstreik kritisiert, mit dem am Sonntag Hunderttausende Menschen ein Ende des von der Hamas begonnenen Krieges und eine Freilassung der noch immer in der Gewalt der Terrororganisation befindlichen Geiseln forderten. Die Proteste, so Netanjahu, würden die Chancen auf ein Abkommen mit der Hamas schmälern.

»Wer jetzt den Krieg beenden will, ohne Hamas zu besiegen, gefährdet die Befreiung der Geiseln und sorgt dafür, dass die Gräueltaten des 7. Oktober immer wiederkehren«, erklärte Netanjahu zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung. Nur ein vollständiger militärischer Sieg könne dafür sorgen, dass der Gazastreifen keine Bedrohung mehr für Israel darstelle.

Die Hamas müsse vollständig entwaffnet und Gaza langfristig entmilitarisiert werden, sagte er. Zudem bekräftigte der Premier, die Armee werde Gaza-Stadt einnehmen – eine Entscheidung des Sicherheitskabinetts, die bereits Anfang August getroffen wurde.

»Mögliche Abkommen abgelehnt«

Die Familien der Geiseln reagierten ihrerseits mit Kritik am Regierungschef. Das »Hostages Families Forum«, das die Mehrheit der Angehörigen vertritt, warf Netanjahu vor, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Mehrfach habe er mögliche Abkommen zur Freilassung abgelehnt, die nach Darstellung der Familien eine Rückkehr ihrer Angehörigen ermöglicht hätten. »Seit 22 Monaten befinden sich unsere Lieben in Gaza – unter Ihrer Verantwortung«, hieß es in einer Erklärung.

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Der Generalstreik wurde vom sogenannten »Oktober-Rat« organisiert, in dem Überlebende des Massakers vom 7. Oktober, Angehörige der Opfer und Familien von Geiseln vertreten sind. Unterstützt wurde er von Hunderten Kommunen, Firmen, Universitäten und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Auch viele kleine Betriebe schlossen ihre Türen, um ihren Beschäftigten die Teilnahme an den Protesten zu ermöglichen. Die zentrale Gewerkschaft Histadrut hingegen verzichtete auf einen offiziellen Beitritt. Landesweit kam es zu Straßenblockaden und Kundgebungen, unter anderem auf der Schnellstraße 1 bei Latrun und auf der Begin-Autobahn in Jerusalem.

»Mit den Füßen abgestimmt«

Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich Hunderttausende Menschen. »Das Volk hat heute mit den Füßen abgestimmt«, erklärten die Veranstalter. »Die Botschaft ist eindeutig: Solidarität, Verantwortung und die Rückkehr unserer Angehörigen.« Allderings weigert sich die Hamas, der Forderung nach einer Freilassung nachzukommen.

Aktuell befinden sich noch 50 Geiseln im Gazastreifen. 20 von ihnen leben nach Einschätzung israelischer Behörden. In Rahmen von Abkommen kamen seit November 2023 bislang rund 140 Geiseln frei. Einige wurden durch Militäroperationen befreit, während die Leichen zahlreicher Verschleppter nach Israel überführt wurden. im

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