Weltfrauentag

Pilotinnen über Teheran

Eine Pilotin der israelischen Armee auf dem Weg zu ihrem Kampfjet Foto: IDF-Spokesperson

Die Bilder sind verwaschen und grau, die Stimmen unklar, doch ist es der direkte Blick ins Cockpit eines israelischen Kampfjets während eines Angriffs auf militärische Stellungen im Iran. Und vor allem ist es eine Frau, die gerade die Knöpfe drückt.

Erstmals hat die israelische Armee (IDF) Video- und Fotoaufnahmen veröffentlicht, die Soldatinnen der Luftwaffe bei den aktuellen Angriffen auf Ziele im Iran zeigen. Bilder aus dem Cockpit, aber auch von den Vorbereitungen auf einem Luftwaffenstützpunkt, die klarmachen, welche Bedeutung Frauen in der laufenden Operation »Brüllender Löwe« zukommt.

Nach Angaben der Armee sind derzeit rund 30 weibliche Besatzungsmitglieder im Einsatz. Dazu gehören sowohl Pilotinnen als auch Waffensystem-Offizierinnen, die an der Planung und Durchführung der Angriffe beteiligt sind.

»Die Verteidigung unseres Landes ist die Mission«

Eine dieser Navigatorinnen, die vom Militär – wie bereits im Juni 2025, als der Iran erstmals direkt Israel angriff und die Luftwaffe Gegenschläge ausführte – nur als Offizierin »S.« bezeichnet wurde, beschrieb die intensive Zeit vor der Mission. »Wir haben uns lange auf diese Operation vorbereitet, mit stundenlangem Training und Briefings«, sagte sie in einer vom Militär verbreiteten Erklärung. Sobald das Flugzeug abhebe, fokussiere sich alles auf ein einziges Ziel, »die Verteidigung unseres Landes, das ist die Mission«. Dieses Gefühl der Verantwortung begleite sie jede Sekunde, die sie in der Luft sei.

»Ich weiß, dass hinter mir Hunderte Menschen stehen: Planer, Führungspersonal, Techniker, Nachrichtendienstmitarbeiter und Besatzungsmitglie­der«, so S. weiter. Alle arbeiteten mit höchster Präzision zusammen, um die Mission so professionell und sicher wie möglich durchzuführen.

Die »Times of Israel« lässt auch eine Technikerin zu Wort kommen. Offizierin D. ist 34 Jahre alt und Kommandeurin der technischen Abteilung im Geschwader 106, bekannt als »Speerspitze«. Mit ihrem Team bereite sie die Flugzeuge in einem kontinuierlichen Zyklus von Einsätzen vor. Die Hauptunterschiede zwischen der Operation »Sich erhebender Löwe« im Juni 2025 und der aktuellen Operation »Brüllender Löwe« seien die Intensität und der Druck.

»Mutige Frauen handeln, um die Sicherheit ihres Volkes und der Welt zu gewährleisten.«

Außenminister Gideon Sa’ar

Neben dem Gefühl, eine Mission zu erfüllen, gebe es den Anspruch, das erforderliche Tempo einzuhalten, so die Offizierin weiter, die auch die Bewaffnung plant. »Bei ›Sich erhebender Löwe‹ gab es längere Pausen zwischen den Einsätzen. Jetzt fliegen die Piloten viel häufiger. Es gibt keine Pausen. Wir arbeiten in Schichten, und dank der Reservisten, die eine wichtige Stütze sind und uns entlasten, können wir die Einsätze bewältigen.«

Unterstützung aus dem Außenministerium

Die Veröffentlichung des Materials fällt in eine innenpolitisch aufgeladene Debatte. Seit Monaten kritisieren religiöse Aktivisten und auch mehrere einflussreiche Rabbiner die Pläne der Armee, Frauen stärker in Kampfeinheiten zu integrieren. Zur Erinnerung: Überhaupt erst seit 1998 dürfen Israelinnen als Besatzung eines Kampfjets antreten. Damals hatte eine Frau nach einer Klage einen langjährigen Prozess gewonnen.

Auch aus der Regierung kam Widerstand. Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich erklärte kurz vor Beginn der Operation gegen den Iran: »Sollte meine Tochter mich nach dem Militärdienst fragen, würde ich versuchen, ihr davon abzuraten.« Eine Position, die von Frauenorganisationen und vielen Militärangehörigen – Frauen wie Männern – scharf kritisiert wurde.

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Die Armeeführung hält währenddessen nicht nur an ihrer bisherigen Linie fest, sondern betont auch, dass Frauen bereits seit Jahren erfolgreich in verschiedenen Kampffunktionen dienen und ihre Rollen weiter ausgebaut werden sollen.

Unterstützung kam schließlich aus dem Außenministerium. Zum Weltfrauentag am 8. März würdigte Außenminister Gideon Sa’ar die am Krieg gegen das Mullah-Regime beteiligten Soldatinnen öffentlich. »Anlässlich des Internationalen Frauentags möchte ich den Pilotinnen und Navigatorinnen der israelischen Luftwaffe danken, die derzeit über Teheran im Einsatz sind, um die existenzielle Bedrohung durch das iranische Terrorregime zu beseitigen«, erklärte er auf Instagram.

»Angesichts des Extremismus dieses brutalen Regimes handeln mutige Frauen, um die Sicherheit ihres Volkes, die Sicherheit ihrer Kinder und die Sicherheit der Welt zu gewährleisten«, schrieb Sa’ar weiter. »Wir verneigen uns vor ihnen.«

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