Nachrichten

Pillen, Wahlen, Gaza

Neue Rezeptregeln gegen Opioid-Missbrauch Foto: Getty Images

Pillen
Es sollen Rezepte gegen die Pillen sein. Seit Freitag gelten neue Vorschriften des Gesundheitsministeriums, die den Umgang mit Medikamenten strenger regeln. Ziel ist es, den Missbrauch einzudämmen, Rezeptfälschungen zu verhindern und die wachsende Zahl von Opioid-Abhängigen zu bekämpfen – ein Problem, das Israel in den vergangenen Jahren traurige Schlagzeilen beschert hat. Kern der neuen Regelung ist, dass Rezepte für Opioide nur noch fünf statt bisher 15 Tage gültig sind. Außerdem darf über handgeschriebene Rezepte von Ärzten künftig nur noch eine Medikamentenmenge für maximal fünf Behandlungstage ausgegeben werden. Das Gesundheitsministerium will damit vor allem den Umstieg auf digitale Rezepte fördern.

Wahlen
Die Knesset soll am 17. Juli aufgelöst werden. Dadurch wird in Israel wohl am 27. Oktober, dem spätestmöglichen gesetzlich zulässigen Termin, ein neues Parlament gewählt. Offiziell ist die Entscheidung noch nicht. Sagit Afik, Rechtsberater der Knesset, hat aber dieses Datum empfohlen, ebenso wie Parlamentspräsident Amir Ohana und der Koalitions-Fraktionsvorsitzende Ofir Katz. Der 20. Oktober bleibt zwar möglicher Wahltermin, doch die gesetzlich vorgeschriebene Dauer des Wahlkampfs, die Hohen Feiertage und die zeitliche Nähe zum Jahrestag des 7. Oktober machen ein Datum Ende Oktober zunehmend wahrscheinlich.

Gaza
Die Terrororganisation Hamas hat die Abgabe der Koordination der zivilen Verwaltung in Gaza angekündigt. Die saudi-arabische Zeitung »Asharq Al-Awsat« kommentierte, dies könne den Weg für eine Experten-Übergangsregierung ebnen. Die Ankündigung bedeutet keinen vollständigen Machtverzicht der Hamas. Sie signalisiert zwar eine angebliche Bereitschaft, lehnt aber eine bedingungslose Entwaffnung weiterhin ab. Ob eine neue Verwaltung die Arbeit aufnehmen kann, bleibt unklar. Ebenso offen ist, welchen Einfluss die Hamas im Hintergrund ausüben wird und wer zukünftig die Sicherheitsstrukturen verantwortet. Eine Entwaffnung der Hamas ist bisher die zentrale Bedingung dafür, dass eine neue Verwaltung eingesetzt werden kann.

Kriminalität
Die Serie tödlicher Kriminalität in der arabischen Gemeinschaft Israels eskaliert weiter. Innerhalb von nur 24 Stunden wurden vier weitere Menschen getötet. Die Opferzahl der vergangenen Woche stieg damit auf neun. Zu den jüngsten Getöteten gehören ein 18-jähriger Mann aus Haifa sowie ein 30-Jähriger aus der nordisraelischen Stadt Reineh. Beide wurden im Kontext krimineller Taten erschossen, die laut Polizei keinen Bezug zu Terrorismus hatten. Die jüngsten Fälle sind Höhepunkt einer Krise, die sich in den vergangenen Jahren stetig verschärft hat. Laut der Abraham-Initiative, die Gewaltverbrechen in der arabischen Gesellschaft dokumentiert, wurden im Jahr 2026 bisher 149 Araberinnen und Araber getötet, mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Dabei war 2025 mit 252 Opfern bereits das tödlichste seit Beginn der Aufzeichnungen. Viele der jüngsten Morde stehen vermutlich im Zusammenhang mit anhaltenden Fehden und Racheakten zwischen kriminellen Organisationen und Familien. Man fühle sich von der Polizei im Stich gelassen, so die Kritik.

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Israel

Tel Aviv bekommt offiziell einen »Geiselplatz«

Der Platz vor dem Kunstmuseum der israelischen Metropole wurde zum Sammelort für alle, die ihre Solidarität mit den Geiseln in Gaza ausdrücken wollten. An diese dramatische Zeit soll nun seine offizielle Umbenennung erinnern

von Andrea Krogmann  12.08.2026

Kommentar

UNRWA: Fakten statt Tabus

Warum Kritik am Palästinenserhilfswerk auf Schweigen und Ablehnung stößt

von Duki Dror  12.08.2026

Tel Aviv/Gaza/Brüssel

Israel verlängert zwei EU-Missionen in Palästinensergebieten

Die EU hilft bei der Ausbildung palästinensischer Polizisten und der Überwachung des Rafah-Grenzübergangs. Beide EU-Missionen können nun aus Sicht Israels bis 2027 weitergehen

von Cindy Riechau  12.08.2026

Eskalation

Israelisches Ministerium droht mit Schließung heiliger Stätten

Kein Geld, kein Service: Weil ein Haushaltsstopp auch den Betrieb heiliger Stätten betrifft, droht das zuständige Religionsministerium in Israel mit Schließungen - wenige Wochen vor den höchsten Feiertagen

 12.08.2026

Nahost

Abbas zu Gesprächen mit Erdoğan in Ankara

Der Palästinenserpräsident will sich zwei Tage in der Türkei aufhalten. Israels Finanzminister Smotrich fordert Netanjahu auf, Abbas die Rückkehr zu verweigern

 12.08.2026

UNO

Kein Rückzug aus Siedlungen

»Wir werden nirgendwo hingehen. Die jüdischen Gemeinden werden in Judäa und Samaria bleiben«, sagt Israels UNO-Botschafter Danny Danon

 12.08.2026

Jerusalem/Caracas

Israel und Venezuela nähern sich nach 17 Jahren wieder an

Beide Staaten verständigen sich auf die Wiederaufnahme konsularischer Kontakte und die Einrichtung eines offiziellen Koordinierungskanals

 12.08.2026

Westjordanland

Israels Armee verurteilt illegale Siedlerposten innerhalb palästinensischer Dörfer

Die IDF bezeichneten die jüngsten Vorgänge in dem Gebiet als »illegal, verwerflich und inakzeptabel«. Aber tun sie etwas dagegen?

 12.08.2026