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Hamas, Iran, Urteil

»Sie sind regelrecht besessen von uns«: Eitan Mor Foto: Flash 90

Hamas
Die ehemalige Geisel Eitan Mor hat in der Knesset eindringlich davor gewarnt, die Hamas zu unterschätzen. Während seiner zwei Jahre in Gaza habe er aus nächster Nähe erlebt, wie systematisch und gut vorbereitet die Terrororganisation agiere, sagte Mor. Er berichtete von klaren Strukturen mit Schichtplänen, Wachwechseln und einem weit verzweigten Tunnelsystem mit Tausenden Schächten. Selbst unter Belagerung verfüge die Hamas über Lebensmittelvorräte für rund ein Jahr; lediglich Wasser sei knapp. Besonders beunruhigend seien Aussagen von Hamas-Mitgliedern gewesen, wonach Entführungen fortgesetzt würden, bis »der letzte Israeli verschwunden« sei. Der Dschihad sei für sie oberstes religiöses Gebot. »Sie sind regelrecht besessen von uns – das ist der Sinn ihres Lebens.«

Iran
Parallel zu den Protesten im Iran wächst in Israel die Sorge vor einer regionalen Eskalation. Die Regierung wies ihre Minister an, sich öffentlich zurückzuhalten, nachdem US-Außenminister Marco Rubio mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über eine mögliche Intervention der Amerikaner im Iran telefoniert hatte. US-Präsident Donald Trump hatte diese Option ins Spiel gebracht. Teheran drohte daraufhin, amerikanische und israelische Einrichtungen anzugreifen. Israel selbst plant keine Militäraktion. Regierungsmitglieder zeigen aber Solidarität mit den Demonstranten und pflegen Kontakte zu Exilkronprinz Reza Pahlavi. Seit Beginn der Proteste am 28. Dezember seien Tausende Menschen getötet worden, heißt es von Menschenrechtsgruppen.

Urteil
Ein Gericht in Beer Sheva hat drei junge Männer zu Haftstrafen zwischen 36 und 40 Monaten verurteilt, weil sie einen Tag nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals geplündert hatten. Sie sollen Autos aufgebrochen und das Eigentum von Ermordeten oder geflüchteten Überlebenden gestohlen haben, unter anderem einen Laptop, Kreditkarten und Ausweispapiere. In der Urteilsbegründung betonte die Richterin, die Plünderungen seien nicht nur kriminell, sondern ein eklatanter Verrat an der Menschenwürde und grundlegender gesellschaftlicher Solidarität.

Gewalt
Seit dem 7. Oktober 2023 nehmen nationalistische Übergriffe von extremistischen jüdischen Siedlern auf Palästinenser im Westjordanland stark zu: 1720 Vorfälle wurden registriert. 2025 waren es allein 845 Fälle mit 200 Verletzten und vier Toten – ein Anstieg von rund 25 Prozent gegenüber 2024, erklärte die israelische Armee. Die Eskalation gefährde die Sicherheit in der Region und ließe Zweifel an der Handlungsfähigkeit von Polizei und dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet aufkommen, hieß es. Sollten die Angriffe weiter zunehmen, könnte die Armee gezwungen sein, weitere Truppen in das Gebiet zu verlegen. Generalstabschef Eyal Zamir hatte vor Kurzem erklärt, dass es eine »Minderheit von Kriminellen« sei, »die das Ansehen einer gesetzestreuen Bevölkerung beschädigt«. Die IDF werde so ein Verhalten nicht tolerieren. Auch Premierminister Benjamin Netanjahu stellte klar, dass man mit »aller Härte gegen die Gewalt vorgehen« werde – schließlich sei Israel ein Rechtsstaat.

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