Jerusalem

NGO Monitor: Gerald Steinberg gibt Leitung ab

Gerald Steinberg Foto: NGO Monitor

Jerusalem

NGO Monitor: Gerald Steinberg gibt Leitung ab

Der amerikanisch-israelische Politikwissenschaftler gründete die Organisation vor einem Vierteljahrhundert. Olga Deutsch übernimmt 2027 die Leitung

 12.05.2026 17:46 Uhr

Nach 25 Jahren an der Spitze des NGO Monitor zieht sich Gründer Gerald Steinberg aus der Leitung zurück. Wie die von Jerusalem aus arbeitende Organisation mitteilte, soll die bisherige Vizepräsidentin Olga Deutsch Anfang 2027 die Leitung als Präsidentin und CEO übernehmen.

Der NGO Monitor versteht sich als Kontrollinstanz für internationale Nichtregierungsorganisationen und untersucht nach eigenen Angaben politische Einflussnahme im Menschenrechtsbereich, insbesondere im Zusammenhang mit Israel.

Steinberg hatte NGO Monitor Anfang der 2000er-Jahre gegründet. Die Organisation erklärte, Ziel sei es gewesen, auf den wachsenden politischen Einfluss internationaler NGOs aufmerksam zu machen, vor allem im israelisch-palästinensischen Konflikt. Auch ging es darum, Finanzströme zu verfolgen und zu verhindern, dass diese Terrororganisationen zugutekommen.

»Besonders qualifiziert«

Mit dem angekündigten Wechsel steht NGO Monitor erstmals vor einer offiziellen Übergabe der Führung. Steinberg soll künftig den Titel »President Emeritus« tragen. Er will sich weiterhin der Forschung und Veröffentlichungen widmen.

Lesen Sie auch

»Die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, bleiben gewaltig«, erklärte Steinberg. Zugleich lobte er die Arbeit des Teams und bezeichnete Deutsch als »besonders qualifiziert«, die Organisation in die Zukunft zu führen.

Olga Deutsch gehört der Organisation seit mehr als einem Jahrzehnt an. Nach Angaben von NGO Monitor war sie unter anderem für internationale Kooperationen, europäische Kontakte und den Ausbau der Organisation verantwortlich.

Fundierte Entscheidungen

Deutsch erklärte zum bevorstehenden Führungswechsel: »Ich übernehme diese Aufgabe mit Demut und einem tiefen Bewusstsein für die historische Verantwortung.« Gerald Steinberg habe früh erkannt, dass Menschenrechtsorganisationen ihren Einfluss gegen den jüdischen Staat und jüdische Gemeinschaften weltweit einsetzen könnten. »Seit dem 7. Oktober ist diese Warnung Realität geworden, und die Bedrohung wächst jeden Tag«, sagte sie.

Weiter erklärte Deutsch, NGO Monitor nehme eine besondere Rolle dabei ein, die Akteure hinter entsprechenden Kampagnen offenzulegen und politischen Entscheidungsträgern Informationen für fundierte Entscheidungen bereitzustellen.

NGO Monitor betonte, die grundlegende Ausrichtung der Organisation werde sich durch den Führungswechsel nicht verändern. Ziel bleibe es weiterhin, Informationen und Analysen über NGOs bereitzustellen, Transparenz einzufordern und Debatten über die Arbeit von Organisationen im Menschenrechts- und humanitären Bereich anzustoßen. im

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Israel

Dafür stehen die arabischen Parteien in Israel

Die arabisch geprägten Parteien in Israel haben bei der Parlamentswahl überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Wofür setzen sie sich ein, was sind ihre Ziele?

 28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber wehren sich mit dem Stimmzettel gegen den Sicherheitsminister – und könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026