Iran

Netanjahu: »Wir wissen, wo das iranische Uran versteckt ist«

Satellitenaufnahme der in einem Gebirge befindlichen Anreicherungsanlage Fordo am 29. Juni Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Seit den Luftschlägen Israels und der USA gegen das iranische Atomprogramm stellen viele Experten sich die Frage: Wo sind die rund 400 Kilogramm hochangereichtes Uran verblieben?

Ein israelischer Offizieller sagte nun der Nachrichtenagentur »Reuters«, entgegen anderslautenden Berichte seien die iranischen Vorräte an spaltbarem Material nicht aus den drei Anreicherungsanlagen in Fordo, Natans und Isfahan entfernt worden. Diese waren von US-Luftwaffe am 22. Juni bombardiert worden.

Einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien von Ende Mai zufolge sei die Islamische Republik bereits im Besitz von mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 Prozent. Für die militärische Nutzung wäre eine weitere Anreicherung auf rund 90 Prozent notwendig.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Dafür braucht es allerdings zahlreiche Zentrifugen. Ob diese nach den Bombardements noch funktionsfähig sind, ist ebenfalls unklar wie die Frage, ob das angereicherte Uran in der unterirdischen Anlage in Fordo überhaupt noch zugänglich ist und von dort an einen anderen Ort verbracht werden kann. Amerikanische Geheimdienste waren zunächst davon ausgegangen, dass der Iran seine Uranvorräte vor der Bombardierung an einen sicheren Ort gebracht hatte.

Lesen Sie auch

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte dagegen am Mittwoch dem US-Nachrichtensender »Fox News« mit Blick auf das hochangereicherte Uran: »Wir glauben zu wissen, wo es versteckt ist.« Er glaube nicht, so Netanjahu, dass der Iran die Fähigkeit zum Bau einer Atomwaffe habe, selbst wenn es dem Regime gelungen sei, einen Teil des hoch angereicherten Uran aus Fordow abzutransportieren. 

»Angereichertes Uran reicht nicht aus, um Atombomben zu bauen. Es ist eine notwendige Komponente, aber es reicht nicht aus«, sagte der Regierungschef dem Sender. Auch andere Teile des iranischen Atomprogramms seien stark in Mitleidenschaft gezogen. mth

Naher Osten

Medienbericht: Israel soll geheimen Stützpunkt im Irak gebaut haben

Von dem Außenposten in einem irakischen Wüstengebiet soll Israel seine Angriffe auf den Iran koordiniert haben, berichtet das »Wall Street Journal«

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Kommentar

Wenn »schwarz auf weiß« nicht mehr genügt

Eine funktionierende Demokratie braucht freie Medien – aber vor allem glaubwürdige

von Roman Haller  10.05.2026

»Gaza-Flottille«

Israel schiebt zwei Gaza-Aktivisten ab

Der Spanier Saif Abu Keschek und der Brasilianer Thiago Ávil wurden nach der Blockade der Gaza-Flotte nach Israel gebracht – jetzt folgt ihre Abschiebung

 10.05.2026

Terror

Hisbollah greift Israel an: Mehrere Soldaten verletzt

Im Norden des jüdischen Staates werden zwei Soldaten in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen ist schwer verwundet. Ein weiterer Soldat wird im Süd-Libanon getroffen

 08.05.2026

Vorwurf

»Kult-Rabbi« aus Meron verhaftet

Ein Gemeindeführer der Breslov-chassidischen Bewegung soll seine Autorität für sexuelle Übergriffe missbraucht haben

von Sabine Brandes  08.05.2026

Gesellschaft

Regierung will Rückkehrrecht ändern

Entsprechend des Entwurfs sollen künftig nur noch orthodoxe Übertritte zum Judentum anerkannt werden

von Sabine Brandes  08.05.2026

Tel Aviv

Erster Hantavirus-Fall in Israel registriert

Die betroffene Person soll sich vor mehreren Monaten während eines Aufenthalts in Osteuropa angesteckt haben

 08.05.2026

Jerusalem

Bennett verklagt Ministerin und Fernsehsender wegen Behauptungen über psychische Erkrankung

Der Oppositionspolitiker fordert laut israelischen Medienberichten Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Schekel (0,59 Millionen Euro)

 08.05.2026