Jerusalem

Netanjahu kündigt Treffen mit Trump an, warnt Hamas und kritisiert Katar

Benjamin Netanjahu Foto: picture alliance / newscom

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat angekündigt, am 29. September zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus zu reisen. Drei Tage zuvor will er vor den Vereinten Nationen in New York sprechen.

Netanjahu erklärte bei einer Pressekonferenz in Jerusalem, Trump habe ihn am Montag während eines Telefonats eingeladen. Seit dem israelischen Schlag gegen Hamas-Führer in Doha am 9. September habe er mehrfach mit dem US-Präsidenten gesprochen, alle Gespräche seien »gut« verlaufen. Es wäre bereits das vierte Treffen der beiden im Weißen Haus seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit im Januar. Die USA unterstützen Israels Großoffensive in Gaza-Stadt.

US-Außenminister Marco Rubio reiste derweil von Tel Aviv nach Doha ab. Er bekräftigte zuvor in Israel, das »Idealziel« sei ein freiwilliges Aufgeben der Hamas. Es könne aber letztlich »eine präzise Militäroperation nötig sein, um sie zu beseitigen«. Internationale Kritik am israelischen Schlag in Doha vermied er bewusst und sagte lediglich: »Wir konzentrieren uns auf das, was als Nächstes kommt.«

»Korrekte Darstellung«

Beim Angriff in Doha waren fünf rangniedrigere Hamas-Mitglieder und ein katarischer Sicherheitsbeamter getötet worden, offenbar jedoch keines der fünf Hauptziele der Operation. Der Schlag löste Empörung in arabischen Staaten aus.

Lesen Sie auch

Trump erklärte inzwischen, er habe vom Angriff zu spät erfahren, um ihn zu stoppen. Laut einem Bericht von »Axios« hatte Netanjahu ihn allerdings 50 Minuten vor dem Angriff informiert.

Auf Nachfrage sagte Netanjahu, die Darstellung des Weißen Hauses sei »korrekt«, Israel habe den Angriff allein verantwortet. Ob er Katar weiterhin als Vermittler in indirekten Gesprächen mit der Hamas sehe, beantwortete er mit scharfer Kritik: »Wenn Katar wollte, könnte es viel stärkeren Druck ausüben und hätte uns so schon in den ersten Kriegsmonaten helfen können, alle Geiseln freizubekommen.«

»Vollständig gerechtfertigt«

»Katar ist mit der Hamas verbunden«, sagte er weiter. »Es stärkt sie, es beherbergt sie, es finanziert sie. Es hätte viel stärkere Hebel, hat sich aber entschieden, sie nicht einzusetzen.« Daher sei der Schlag in Doha »vollständig gerechtfertigt« gewesen.

Ob bei der Operation tatsächlich Hamas-Führer getötet wurden, ließ Netanjahu offen: »Wir überprüfen das noch. Es ist noch nicht abschließend geklärt.«

Netanjahu warnte die Hamas davor, den Geiseln in Gaza-Stadt etwas anzutun, während Israels Armee dort militärisch gegen die Terrororganisation vorgeht. ja

Dokumentation

»Seit zweieinhalb Jahren bebt die Erde«

In Erfurt sprach der Zentralratspräsident über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an Familienministerin Karin Prien ein

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026

Nachrichten

Flüge, Preis, Kritik

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  25.03.2026

Krieg

Iran beschießt Israel erneut mit Raketen

Bislang gibt es keine Berichte über Opfer

 25.03.2026

Israel

Regierung stimmt Bau einer permanenten US-Botschaft in Jerusalem zu

Ein Grundstück im sogenannten Allenby-Komplex wird für das Vorhaben bereitgestellt

 25.03.2026

Nachrichten

Vermisst, Einmischung, Deal

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  24.03.2026

Israel

Lex Haredim auf Eis

Zustimmung zum Kriegshaushalt erkauft

von Sabine Brandes  24.03.2026

Libanon

Israel will Gebiet bis Litani-Fluss kontrollieren

Der israelische Verteidigungsminister will die Pufferzone zwischen Israel und der Hisbollah vergrößern

 24.03.2026