Jerusalem

Netanjahu: Israel auf mögliche Fortsetzung des Iran-Krieges vorbereitet

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Foto: dpa

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat erklärt, sein Land stelle sich auf alle denkbaren Entwicklungen im Konflikt mit dem Iran ein. In einer Videobotschaft sagte er, es sei derzeit offen, wie sich die Lage weiterentwickeln werde. »Angesichts der Möglichkeit, dass der Krieg wieder aufgenommen wird, sind wir auf jedes Szenario vorbereitet.«

Netanjahu betonte zugleich, Israel und die Vereinigten Staaten verfolgten weiterhin dieselben strategischen Ziele. »Wir wollen, dass das angereicherte Material des Iran entfernt wird, und wir wollen die Beseitigung seiner Anreicherungskapazitäten im Iran. Und natürlich wollen wir die Wiederöffnung der Meerenge.«

Gemeint ist die Straße von Hormus, über die normalerweise ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels läuft. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung gilt die Passage als zentrales Druckmittel Teherans.

Gespräche mit Teheran

Während Israel militärisch auf eine mögliche neue Eskalation vorbereitet bleibt, mehren sich Hinweise auf eine zweite Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran. Nach Angaben aus den USA könnte ein weiteres Treffen in Islamabad stattfinden. Sowohl amerikanische als auch israelische Medien berichteten.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte vor Journalisten, weitere Gespräche würden »sehr wahrscheinlich« in der pakistanischen Hauptstadt stattfinden. »Diese Gespräche laufen, und wir fühlen uns gut, was die Aussichten auf eine Vereinbarung angeht.«

Bereits am Mittwoch traf nach iranischen Angaben eine pakistanische Delegation in Teheran ein. Sie soll Botschaften aus Washington übermitteln und ein weiteres Treffen vorbereiten.

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Streitpunkte bleiben ungelöst

Nach regionalen Angaben konzentrieren sich die Vermittlungsbemühungen auf drei zentrale Themen: das iranische Atomprogramm, die Lage in der Straße von Hormus sowie mögliche Entschädigungen für Kriegsschäden.

Der iranische Außenamtssprecher Esmail Baghaei erklärte laut Staatsmedien, Teheran sei bereit, über Art und Umfang der Urananreicherung zu sprechen. Zugleich betonte er: »Auf Grundlage unserer Bedürfnisse muss unser Land die Anreicherung fortsetzen können.«

US-Präsident Donald Trump bekräftigte unterdessen seine Forderung, ein künftiges Abkommen müsse dem Iran dauerhaft den Besitz von Atomwaffen unmöglich machen. In einem Fernsehinterview sagte er: »Ich glaube, sie wollen sehr gern ein Abkommen schließen.«

USA erhöhen Druck

Parallel zur Diplomatie verstärken die Vereinigten Staaten offenbar den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Das US-Zentralkommando erklärte, der Seehandel des Iran sei praktisch gestoppt worden. In den ersten 48 Stunden einer Blockade seien zehn Schiffe zurückgewiesen worden.

Iran widersprach dieser Darstellung. Staatliche Medien berichteten, der Schiffsverkehr aus südlichen Häfen laufe weiter.

Aus Teheran kamen zugleich scharfe Warnungen. Ein Berater der iranischen Führung drohte, amerikanische Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen, falls Washington versuche, die Wasserstraße militärisch zu kontrollieren. »Wir werden Eure Schiffe mit Raketen versenken.« im

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