Jerusalem/New York

Netanjahu: Iranisches Regime will Trump töten

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: picture alliance/dpa

In seinem ersten Interview seit Beginn des Krieges gegen das iranische Regime und dessen Atomprogramm hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über bisher nicht veröffentlichte Geheimdienstinformationen gesprochen. Gegenüber dem amerikanischen TV-Sender »Fox News« sagte er, Teheran habe US-Präsident Donald Trump als Bedrohung für sein Atomprogramm identifiziert und aktiv an dessen Ermordung gearbeitet.

»Sie wollen ihn töten. Er ist Feind Nummer eins«, so Netanjahu. »Er ist ein entschlossener Anführer. Er hat nie den Weg eingeschlagen, den andere eingeschlagen haben, um mit ihnen auf schwache Weise zu verhandeln und ihnen im Grunde einen Weg zur Urananreicherung zu eröffnen, was wiederum einen Weg zur Bombe bedeutet, und diesen mit Milliarden und Abermilliarden Dollar aufgestockt.«

Israel hatte sich schon vor Jahren gegen den sogenannten »Iran-Deal« ausgesprochen. Trump war während seiner ersten Amtszeit aus dem Abkommen ausgestiegen. »Er hat dieses Scheinabkommen aufgegriffen und im Grunde zerrissen«, so Netanjahu. »Er hat Qasem Soleimani (Kommandeur der Quds-Einheit, Anm. d. Red.) getötet. Er hat es sehr deutlich gemacht, unter anderem jetzt: ›Ihr könnt keine Atomwaffen besitzen, was bedeutet, dass ihr kein Uran anreichern könnt.‹ Er ist sehr energisch aufgetreten, deshalb ist er für sie Feind Nummer eins.«

»Doppelte existenzielle Bedrohung«

Gegenüber Moderator Bret Baier gab der israelische Ministerpräsident bekannt, dass auch er Ziel des Regimes war, nachdem eine Rakete in sein Schlafzimmerfenster abgefeuert worden war. Er bezeichnete sich selbst als Trumps »Juniorpartner«.

Netanjahu betonte, sein Land sei einer Bedrohung durch nukleare Zerstörung ausgesetzt und habe keine andere Wahl, als »in letzter Minute« aggressiv zu handeln. »Wir standen vor einer unmittelbaren Bedrohung, einer doppelten existenziellen Bedrohung«, sagte er.

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Erstens bestehe die Bedrohung durch den Iran, der sein angereichertes Uran überstürzt zu Atombomben umwandle, mit der konkreten und erklärten Absicht, Israel zu vernichten. Zweitens sei eine »überstürzte Aufstockung« des iranischen Arsenals an ballistischen Raketen auf 3600 Waffen pro Jahr registriert worden.

Atomprogramm »erheblich zurückgeworfen«

»Innerhalb von drei Jahren werden 10.000 ballistische Raketen, jede eine Tonne schwer, mit Mach 6 direkt auf unsere Städte treffen, wie Sie heute gesehen haben. Und dann in 26 Jahren 20.000. Kein Land kann das durchhalten, schon gar nicht ein Land von der Größe Israels. Deshalb mussten wir handeln«, erklärte Benjamin Netanjahu. Israel schütze damit nicht nur sich selbst, sondern auch die Welt.

Der Ministerpräsident sagte, er glaube, Israels offensive Maßnahmen hätten das iranische Atomprogramm »erheblich zurückgeworfen«, und teilte seine Überzeugung, wonach die jüngsten Verhandlungen mit dem Regime, das Israel über seine Stellvertreter Hamas und Hisbollah bereits seit Jahrzehnten mit Terror überzieht, im Sande verliefen.

Netanjahu betonte außerdem, sein Land sei bereit, alles Notwendige zu tun, um die nukleare und ballistische Raketenbedrohung, die der Iran für die Welt darstellt, zu beseitigen.

Unterdrückung durch Regime

Netanjahu bezeichnete »Rising Lion« als »eine der größten Militäroperationen der Geschichte«. An das iranische Volk gerichtet sagte er, es werde seit 50 Jahren von demselben islamischen Regime unterdrückt, das seit langem mit der Zerstörung des Staates Israel drohe.

Bereits in der Geschichte habe es eine Enge Verbindung der Perser mit dem israelischen Volk gegeben. Dies könne eines Tages wieder so sein, sagte Netanjahu in dem Interview. im

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