Israel

Nach Protesten: Yad Vashem ernennt Übergangsvorsitzenden

Blick in die Halle der Namen in der Gedenkstätte Yad Vashem Foto: Flash 90

Nach scharfen Protesten gegen die geplante Ernennung eines ehemaligen ultrarechten israelischen Politikers zum neuen Vorsitzenden hat die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem vorerst einen Übergangskandidaten eingesetzt.

Ronen Plot werde den bisherigen Leiter Avner Shalev, der nach 27 Jahren in den Ruhestand geht, am 1. Januar ablösen, teilte die Jerusalemer Gedenkstätte am Mittwoch mit.

Die geplante Ernennung von Effi Eitem hatte international Proteste ausgelöst. Hunderte Wissenschaftler sowie Mitarbeiter jüdischer Museen und Gedenkstätten unterzeichneten einen Protestbrief. 

Hunderte Wissenschaftler sowie Mitarbeiter jüdischer Museen und Gedenkstätten hatten einen Protestbrief gegen Eitem unterzeichnet.

Der 68-jährige Eitam gilt als kontroverser Kandidat, unter anderem, weil er in der Vergangenheit die Vertreibung der meisten Palästinenser aus dem Westjordanland und die Entfernung israelischer Araber aus dem Parlament in Jerusalem gefordert hatte.

Yad Vashem (»Denkmal und Name«) in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Sie wurde 1953 auf Beschluss des israelischen Parlaments gegründet. Die Einrichtung gilt als unpolitisch und als wichtiger moralischer Kompass.

In dem Protestbrief hieß es unter anderem, Yad Vashem wolle nicht nur an den Holocaust erinnern, sondern auch Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung in der Gesellschaft insgesamt bekämpfen. Diese wichtige Aufgabe drohe nun »einem unverhohlen rechtsextremistischen und historisch ungebildeten Politiker« in die Hand gegeben zu werden.

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