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Jerusalem/Teheran

Mossad-Chef soll Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad getroffen haben

Irans früherer Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2013 Foto: picture alliance / AP Photo

Über mehrere Jahre hinweg soll der Mossad versucht haben, den früheren iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zu rekrutieren, um ihn nach einem erfolgreichen Umsturz in Teheran als neuen Staatschef zu installieren. Das meldet die »New York Times« unter Berufung auf eigene Recherchen.

Demnach habe man am ersten Tag des amerikanisch-israelischen Angriffs im Februar seine Leibwächter ins Visier genommen und ihn aus dem Hausarrest befreit. Daraufhin soll ein Auto mit Mossad-Agenten am Steuer ihn an einen sicheren Ort gebracht haben, den er aber später wieder verärgert verließ, weil der israelische Plan, ihn in Teheran zurück an die Macht zu bringen, Ahmadinedschad dann doch nicht überzeugt habe, heißt es weiter in dem Bericht.

Die Zeitung meldet ferner, dass es 2024 im Rahmen der Planungen sogar ein Treffen zwischen Ahmadinedschad und Mossad-Chef David Barnea am Rande einer Klimakonferenz in Ungarn gegeben habe. Um das einzufädeln, hätte ein hochrangiger ungarischer Beamter den Rektor der Ludovika-Universität in Budapest, Gergely Deli, gebeten, Ahmadinedschad einzuladen, um so einen Vorwand für die Reise und damit für das Treffen mit Barnea zu schaffen. 2025 soll es einen zweiten Aufenthalt in Ungarn gegeben haben. Washington wäre über die Operation informiert gewesen.

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Nach Angaben amerikanischer Beamter habe Israel in den vergangenen Jahren mehrfach heimlich Geld an Ahmadinedschad für Unterkunft und Reisekosten gezahlt, israelische Agenten sollen sich immer wieder mit ihm im Ausland getroffen haben, nicht nur in Budapest. Israelische Regierungsvertreter haben sich bisher nicht zu dem Bericht der »New York Times« geäußert.

Ahmadinedschad, von 2005 bis 2013 im Präsident des Iran, hatte in diesen Jahren mehrfach zur Vernichtung Israels aufgerufen, die Schoa geleugnet und das Atomwaffenprogramm der Islamischen Republik vorangetrieben. Danach wurde er zu einem Kritiker von Khamenei und warf hochrangigen Beamten Korruption und Misswirtschaft vor. Ahmadinedschad begann, öffentlich gemäßigtere Positionen einzunehmen und profilierte sich als Fürsprecher der einfachen Iraner.

Dem Artikel zufolge habe Ahmadinedschad schließlich verstanden, dass er unter dem Regime nicht an die Macht zurückkehren könne, und sah allein in einer ausländischen Intervention einen Weg zurück an die Macht. Einer seiner Vertrauten habe der New York Times erzählt, dass er sich jetzt als Reformer sah und sogar Israel anerkennen würde. Das machte ihn aus israelischer Perspektive interessant. Über seinen aktuellen Aufenthaltsort gibt es derzeit keine gesicherten Informationen. Er wurde kurzzeitig, umgeben von Leibwächtern, maskiert und in einem dicken Mantel, bei der Beerdigung von Khamenei gesehen und soll sich aufgrund seiner Verbindungen zum israelischen Geheimdienst in Gewahrsam der Revolutionsgarden befinden.

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