Israel

Mindestens 175 Verletzte nach Raketenangriffen auf Dimona und Arad

Ein Gebäude stürzte durch den Raketenangriff in Dimona ein Foto: Israel Defense Forces

Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel am frühen Abend sind mehr als 150 Menschen verletzt worden, elf davon schwer. Unter den Verletzten bei dem Angriffen auf die Orte Dimona und Arad im Süden Israels sei ein zwölfjähriger Junge, der durch Splitter einer eingeschlagenen Rakete schwer verletzt worden sei, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Ein fünfjähriges Mädchen wurde bei dem Angriff in Arad ebenfalls schwer verletzt. Eine Frau sei mittelschwer verletzt worden, die anderen Menschen hätten leichte Verletzungen davongetragen. 

Das Soroka-Krankenhaus in Beersheba teilte mit, 175 Verletzte behandelt zu haben. 36 davon seien am Sonntagmorgen noch in der Klinik.

Die »Jerusalem Post« berichtete, ein Gebäude in Dimona sei infolge des Einschlags eines Geschosses eingestürzt. Im Bereich der israelischen Wüstenstadt Dimona befindet sich ein israelischer Atomreaktor, der als extrem gut geschützt gilt und mutmaßlich Teil des Atomprogramms ist. 

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

IDF: »Versuche des Irans, Angst zu verbreiten«

Ein Sprecher des israelischen Militärs betonte, es habe sich nicht um neuartige Raketen des Irans gehandelt, sondern um ballistische Raketen, wie sie seit Kriegsbeginn immer wieder eingesetzt worden seien. Andere Raketen dieser Art seien vorher durchaus von der Raketenabwehr abgefangen worden. 

»Ich habe viele Fragen dazu bekommen, wie die Iraner eine spezielle Rakete abgefeuert haben, die man angeblich nicht stoppen könne oder ähnliches«, sagte der Militärsprecher. »Das sind lediglich Versuche des Irans, Angst zu verbreiten und ein Bild des Sieges zu vermitteln.«

Bilanz seit Kriegsbeginn

Seit Kriegsbeginn am 28. Februar habe der Iran mehr als 400 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert. Etwa 92 Prozent der Geschosse seien von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden. In dem Zeitraum von gut drei Wochen habe es vier direkte Einschläge in israelischen Städten gegeben - in Tel Aviv, Beit Schemesch, Arad und Dimona. Dazu kommen Einschläge von Raketentrümmern oder von Bomben aus Streumunition. Bei den iranischen Raketenangriffen in Israel habe es bisher nur zivile Opfer gegeben, sagte der Sprecher. 

Immer wieder Streumunition auf Bevölkerungsgebiete

Gegenwärtig bewege sich die Zahl der täglich auf Israel abgefeuerten Raketen zwischen einem hohen einstelligen bis niedrigen 20-er Bereich. Der Iran habe immer wieder Streumunition auf Bevölkerungszentren abgefeuert, auch bei einem jüngsten Angriff auf Tel Aviv, sagte der Sprecher. 

Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil damit große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzogen werden und das besonders für Zivilisten gefährlich ist. Nach Angaben des Sprechers beträgt der Radius der kleineren Sprengladungen nach der Aufspaltung des Geschosses etwa zehn Kilometer. 

Kein Kommentar zur Sicherheit von Atomreaktor

Der Militärsprecher wollte sich nicht zur Frage äußern, warum die Raketen in Arad und Dimona nicht von der Raketenabwehr gestoppt werden konnten. Auf die Frage, ob es Sorge um die Sicherheit des israelischen Atomreaktors in der Nähe von Dimona gebe, sagte er: »Kein Kommentar.« Iranische Staatsmedien hatten berichtet, die Raketenangriffe auf die Wüstenstädte hätten einer Atomforschungsanlage gedient, die etwa zehn Kilometer von Dimona und 30 Kilometer von Arad entfernt liegt.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte am Abend auf der Plattform X mit, es lägen keine Hinweise auf Schäden am Nuklearforschungszentrum Negev vor. Informationen regionaler Staaten zufolge seien keine ungewöhnlich hohen Strahlungswerte festgestellt worden, hieß es weiter. IAEA-Chef Rafael Grossi rief zu größter militärischer Zurückhaltung auf, »insbesondere in der Nähe von Nuklearanlagen«.

Am Vormittag hatte der Iran seinerseits einen Angriff auf die iranische Atomanlage Natans gemeldet. Die israelische Armee teilte am Abend auf Anfrage mit, sie habe Natans nicht angegriffen. 

Auch bei Raketenangriffen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Terrormiliz auf den Norden Israels wurden nach Medienberichten mehrere Menschen verletzt. Auch in der israelischen Küstenstadt Eilat an der Südspitze des Landes gab es Raketenalarm. dpa

Medizin

Eine neue Lunge und zur Genesung nur Paracetamol

In Israel ist erstmals eine Lungentransplantation mithilfe eines Operationsroboters gelungen. Für den Patienten bedeutet das eine deutlich schnellere Genesung

von Sabine Brandes  06.11.2026 Aktualisiert

Israel

Was sich mit Eisenkot ändern könnte

Eine Mehrheit der Abgeordneten empfiehlt Gadi Eisenkot für den Auftrag zur Regierungsbildung. Doch der Weg ins Amt ist steinig. Und wie weit könnte ein Kurswechsel unter ihm tatsächlich gehen?

von Sara Lemel  06.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026

Wahlen

Netanjahus Partner gehen von Bord

Die Charedim erklären sich für ungebunden und entziehen dem Rechtsblock ihre Unterstützung. Herausforderer Gadi Eisenkot hat deutlich mehr Empfehlungen hinter sich

von Sabine Brandes  05.11.2026

Israel

Herzog setzt Gespräche über Regierungsbildung fort

Erst Gespräche mit den kleinen Parteien, am Abend dann mit den stärksten in der neuen Knesset: Präsident Herzog sondiert die Möglichkeiten für eine neue Regierung

 05.11.2026

Israel

Eisenkot plädiert für erneuerte Partnerschaft Israels mit den USA

Noch ist unklar, wer Israels nächste Regierung leitet. Ex-Militärchef Eisenkot unterstreicht seinen Führungsanspruch - und wendet sich an den wichtigsten Verbündeten

 05.11.2026

Straße von Hormus

Iran: Zwei Tanker und ein Schlepper in Brand geraten

In den vergangenen Tagen wurden vermehrt Schiffe angegriffen oder durch Minen beschädigt

 05.11.2026

Knesset-Wahl

Herzog lotet Mehrheiten aus

Nach dem knappen Wahlausgang in Israel hat Präsident Herzog Gespräche zur Regierungsbildung aufgenommen. Ex-Militärchef Eisenkot könnte nach Medienberichten zuerst den Auftrag erhalten.

 04.11.2026

Wahl

Koalitionskampf und Politpoker

Weder Benjamin Netanjahu noch Gadi Eisenkot konnten sich die Mehrheit sichern. Wie geht es weiter?

von Sabine Brandes  04.11.2026