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Milch, Bündnis, Angriff

Milch könnte demnächst knapp werden. Foto: Flash 90

Milch
Finanzminister Bezalel Smotrich will eine Verordnung unterzeichnen, wonach die Zölle auf importierte Milch für einen Zeitraum von sechs Monaten zu senken seien, um Engpässe während der bevorstehenden Feiertage zu vermeiden. Derzeit sind bis zu 40 Prozent Zoll auf Kuhmilch fällig. Die Hohen Feiertage beginnen mitten in der Woche, weshalb die Produktion nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums für insgesamt neun Werktage unterbrochen wird. Infolgedessen werden nach Schätzungen des Ministeriums rund sechs Millionen Liter Rohmilch nicht verarbeitet. Dieser Rückgang und die gestiegene Nachfrage dürften die Milchknappheit für Verbraucher deutlich verschärfen.

Bündnis
Oppositionspolitiker Benny Gantz hat zur Bildung einer temporären Einheitsregierung aufgerufen, um einen Deal mit der Terrororganisation Hamas zur Freilassung der Geiseln zu ermöglichen. Am Anfang müsse eine Vereinbarung stehen, wonach alle 50 Geiseln – darunter 20 Lebende – heimzubringen seien, forderte er. Im nächsten Frühjahr sollte es dann Neuwahlen geben. »Unsere Geiseln befinden sich in Lebensgefahr, ihre Zeit läuft ab«, so Gantz mit Blick auf Videoaufnahmen von bis auf die Knochen abgemagerten, verschleppten Menschen. Seine Mutter Malka, eine Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, habe ihn gelehrt, »dass das Leben etwas Heiliges ist«. Zwei Tage später äußerte sich Oppositionsführer Yair Lapid. Wie Avigdor Lieberman lehnte er ein solches Bündnis ab. Lapid stellte klar, dass seine Partei Jesch Atid nicht bereit sei, einer Koalition mit rechtsextremen Ministern beizutreten. »Es gibt keinen Grund, in einer Regierung mit Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich zu sitzen«, sagte er dem Sender Kan. Stattdessen betonte Lapid, Jesch Atid werde dafür sorgen, dass ein Geiselabkommen im Parlament eine Mehrheit finden kann, auch ohne formalen Beitritt in die Koalition. Dies habe für ihn Priorität.

Angriff
Bei ihrem jüngsten Raketenangriff auf Israel hat die jemenitische Huthi-Miliz vermutlich Streumunition eingesetzt. Eine Untersuchung habe ergeben, dass die am vergangenen Freitagabend abgefeuerte Rakete höchstwahrscheinlich mehrere Sprengkörper enthielt, die beim Einschlag explodieren sollten. Es sei das erste Mal gewesen, dass eine derartige Rakete aus dem Jemen abgefeuert wurde, so die israelische Armee (IDF). Israels Abwehrsysteme seien aber in der Lage, auch Munition dieser Art unschädlich zu machen. Die Huthi hatten am Freitag mitgeteilt, sie hätten erneut den Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv im Visier gehabt. Die Rakete war jedoch laut Armee noch in der Luft zerbrochen, einige ihrer Teile waren in einem Ort nahe des Flughafens eingeschlagen. Nach Angaben von Amnesty International hatte auch der Iran während des zwölftägigen Krieges mit Israel im Juni Streumunition gegen Israel eingesetzt und damit das Völkerrecht verletzt.

Gespräche
Syriens Präsident Ahmed al-Sharaa hat gegenüber arabischen Journalisten bestätigt, dass sich seine Regierung in fortgeschrittenen Gesprächen mit Israel über ein Sicherheitsabkommen befinde. Der Sender »Sky News Arabic« berichtete, al-Sharaa habe erklärt, ein mögliches Abkommen werde auf den Grundsätzen des israelischen Truppenabzugsabkommens von 1974 basieren, das auf den Jom-Kippur-Krieg folgte. Al-Sharaa sagte auch, er glaube zwar nicht, dass der richtige Zeitpunkt für ein Friedensabkommen mit Israel gekommen sei. Er werde aber »nicht zögern, jedes Abkommen anzunehmen«, das Syrien und der Region zugutekomme.

Hochzeit
Shir Siegel, Tochter der ehemaligen Geiseln Keith und Aviva Siegel, hat ihren Verlobten Yuval Bar On geheiratet. Sie verwirklichte damit ihren Traum, eine Hochzeit mit ihren Eltern zu erleben. Beide waren bei dem Massaker der Hamas aus dem Kibbuz Kfar Aza am 7. Oktober 2023 gekidnappt worden. An der Hochzeit nahmen auch andere freigelassene Geiseln teil. Auf einem Foto, das Shir von sich und ihrem Mann unter der Chuppa bei der Zeremonie postete, strahlen die Eltern in die Kamera. »Das ist das Bild des Sieges«, betitelte Shir das Foto auf Ins­tagram. »Und wenn alle Geiseln zu Hause sind, ist das der perfekte Sieg. Nichts anderes.« In dem Video fügte Shir den Segenssprüchen, die traditionell gesprochen werden, zwei weitere Gebete hinzu: »Dass alle Geiseln sicher zu ihren Familien zurückkehren. Dass Frieden, Liebe und Brüderlichkeit im ganzen Volk Israel wohnen.«

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