Israel

Lex Haredim auf Eis

Haredi-Protest in Jerusalem (Januar 2026) Foto: Flash 90

Die israelische Regierung hat einen der umstrittensten Gesetzesvorschläge vorerst auf Eis gelegt. Es geht um die Befreiung ultraorthodoxer Männer vom Militärdienst. Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, dies würde zunächst nicht weiter verfolgt. Hintergrund sind die enormen Kosten des derzeitigen Krieges gegen den Iran. Deshalb musste die Regierung eine aktualisierte Fassung des Staatshaushalts 2026 durchbringen.

Vor allem geht es aber tatsächlich um die politische Linie in der Knesset. Da die generelle Befreiung der Haredim von der Wehrpflicht auch innerhalb der Koalition umstritten ist – und die Regierung die Zustimmung für den Kriegshaushalt von allen Abgeordneten braucht –, einigte man sich darauf, die Änderung des Armeegesetzes zunächst zu verschieben. Die schnelle Verabschiedung des aktualisierten Haushalts solle es Israel ermöglichen, den Krieg zu finanzieren und gleichzeitig staatliche Leistungen aufrechtzuerhalten, heißt es dazu aus Jerusalem.

Hunderte Millionen Schekel umgewidmet

Für die Operation »Brüllender Löwe« wurden dem Verteidigungsministerium rund acht Milliarden Euro zusätzlich zugewiesen. Gleichzeitig wurden Hunderte Millionen Schekel für ultraorthodoxe Einrichtungen umgewidmet, die Gelder werden aus anderen Ministerien umgeschichtet. Millionen Schekel wurden außerdem für den Ausbau jüdischer Siedlungen im palästinensischen Westjordanland bereitgestellt.

Lesen Sie auch

Seit rund anderthalb Jahren drängen die ultraorthodoxen Parteien vehement auf ein Gesetz, das ihre Gemeinschaft weitgehend vom Dienst in der israelischen Armee befreit. Hintergrund ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, das die jahrzehntelangen Ausnahmen für Jeschiwot-Studenten für rechtswidrig erklärt hat, da sie dem Gleichheitsgrundsatz widersprechen.

Haredi-Anführer betonen jedoch weiterhin entschieden, dass sie ihre jungen Männer nicht zur Armee schicken wollen. »Wir sterben lieber, als zu dienen«, lautet das Motto. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Protesten. Schätzungen zufolge wären derzeit etwa 80.000 Ultraorthodoxe zwischen 18 und 24 Jahren wehrpflichtig – treten ihren Dienst jedoch nicht an. Das Militär hat wiederholt gewarnt, dass derzeit mindestens 12.000 Soldaten fehlen.

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Verteidigung

Israelisches Startup will »Iron Dome gegen Drohnenschwärme« bauen

Israel hat einen hochmodernen Schutz gegen Raketen, doch Drohnen haben die Kriegsführung grundlegend verändert.

 10.07.2026

Maccabia

Zwischen Medaillen und Menschlichkeit

Für die Schweizer Delegation ist klar, das Spiel ist wichtig, aber neue Freundschaften sind wichtiger

von Nicole Dreyfus  10.07.2026

Opfer der Hamas

Yarden Bibas pflanzt mit Mike Huckabee Baum für seine Familie

Die Ex-Geisel und der US-Botschafter wollen damit die Erinnerung an Kfir, Ariel und Shiri wachhalten, die von Terroristen ermordet wurden

 10.07.2026

Negev

Netanjahu und Armeechef: Israel ist jederzeit zu neuem Militäreinsatz gegen Iran bereit

»Der Krieg ist nicht vorbei«, sagt der israelische Ministerpräsident. »Neben alten Herausforderungen entstehen ständig neue«

 10.07.2026

Humanitäre Hilfe

Israel weist Berichte über Versorgungsengpässe in Gaza zurück

Einem neuen Bericht zufolge sind seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober 2025 1800 Millionen Tonnen an Lebensmitteln nach Gaza gelangt. Israel sagt, das sei mehr als vor dem Krieg

 09.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  09.07.2026

Dublin

Irland beschließt Einfuhrstopp für Waren aus israelischen Siedlungen

Nach acht Jahren Debatte hat das irische Unterhaus ein Importverbot für Produkte aus israelischen Siedlungen im Westjordanland gebilligt

 09.07.2026