Diplomatie

Lebendiges Netzwerk

»Ein Land kann man nur hassen, solange man es sich abstrakt vorstellt. Doch ein konkretes Land, das man mit eigenen Augen gesehen und mit dessen Einwohnern man gesprochen hat, kann man nicht hassen«: Botschafter Ron Prosor Foto: Jan Feldmann

Israels Botschafter Ron Prosor hat am Mittwochabend in Berlin die Gewinner des Innovations-Wettbewerbs »Building Bridges« ausgezeichnet. Vier Projekte erhalten eine Anschubfinanzierung von insgesamt 30.000 Euro, um die zivilgesellschaftliche und strategische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel direkt zu stärken.

Prosor rief dazu auf, Vorurteile durch persönliche Begegnungen zu überwinden: »Ein Land kann man nur hassen, solange man es sich abstrakt vorstellt. Doch ein konkretes Land, das man mit eigenen Augen gesehen und mit dessen Einwohnern man gesprochen hat, kann man nicht hassen«, so Prosor. Jeder Taxifahrer sei potenziell ein Ministerpräsident.

Mit Blick auf die Ausrichtung der prämierten Projekte betonte der Botschafter: »Wir wollen ein lebendiges Netzwerk von Brückenbauern etablieren. Wir brauchen kritische Geister, die bereit sind, Israel dort zu verteidigen, wo es mit Lügen überzogen wird, und die zugleich Fehler ohne Hemmungen offen ansprechen.«

Vier Projekte erhalten eine Anschubfinanzierung von insgesamt 30.000 Euro

Zwei Projekte wurden mit jeweils 10.000 Euro gewürdigt: Das interkulturelle Musikprojekt »Bridges of Hope« von Joshua Lupemba (Hope Center e.V., Berlin-Neukölln) bringt christliche und jüdische Jugendliche aus Berlin und Tel Aviv über gemeinsame Hip-Hop-Produktionen zusammen, um ein klares Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

Ebenfalls 10.000 Euro gehen an Vivica Bree (hannoverimpuls) für die »FemEntrepreneurship Bridge Hannover–Israel« , die gezielt Gründerinnen aus der Tech- und MINT-Szene beider Länder mit internationalen Investoren vernetzt.

Zwei weitere Initiativen wurden mit jeweils 5000 Euro gefördert: Cihan Sügür baut mit dem »German–Israeli Young Leaders in Defense Network« eine neue strategische Allianz für junge Nachwuchskräfte aus Militär, Politik und Tech-Szene auf, um gemeinsame Ansätze für staatliche Resilienz zu entwickeln.

Außerdem erhielt das Projekt »Das hätten wir sein können« von Anina Pommerenke eine Auszeichnung. Das Projekt holte zwei junge Überlebende der Hamas-Terrorangriffe vom 7. Oktober 2023 für eine mehrwöchige Vortragstour an deutsche Schulen und Universitäten, um über die direkte Begegnung und einen begleitenden TikTok-Kanal Aufklärungsarbeit gegen die Leugnung der Gräueltaten zu leisten. ja

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