Nachrichten

Kiosk, Kandidatur, Lebenserwartung

Im ersten Kiosk Tel Avivs gibt es nun Matcha. Foto: Sabine Brandes

Kiosk
Im September hat die Stadtverwaltung von Tel Aviv den ersten Kiosk der Stadt zur Miete ausgeschrieben – ein sechseckiges Gebäude aus dem Jahr 1910 am Rothschild-Boulevard, in dem einst Gazoz verkauft wurde, ein kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Der einstöckige Bau misst rund zehn Quadratmeter, besteht aus massiven Blockwänden und trägt ein Dach aus Holz und Metall. Errichtet wurde er, nachdem der Architekt Akiva Aryeh Weiss, einer der Gründer Tel Avivs, 1909 eine Genehmigung für ein Erfrischungszelt für Bauarbeiter beantragt hatte. Wenige Wochen nach der Ausschreibung öffnete der Kiosk erneut – diesmal jedoch nicht mit Gazoz, sondern mit Matcha, dem grünen Tee aus Japan, der inzwischen als neues It-Getränk gilt.

Kandidatur
Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Samstagabend angekündigt, bei den Parlamentswahlen 2026 erneut zu kandidieren. Die Erklärung erfolgte in einem ausführlichen Interview mit dem regierungsnahen Sender 14. Netanjahu bezeichnete den Gaza-Konflikt darin als »Krieg der Wiedergeburt«, der Israel gestärkt und die Widerstandsfähigkeit des Landes unter Beweis gestellt habe. Zum Abschluss betonte er, er schöpfe Kraft aus der breiten öffentlichen Unterstützung – und nannte seine Frau Sara »eine unerschöpfliche Quelle des Mutes«.

Lebenserwartung
Trotz vergleichsweise niedriger Gesundheitsausgaben belegt Israel laut dem jüngsten OECD-Bericht weltweit den vierten Platz bei der Lebenserwartung. Nach den vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Daten wurden Israelis im Jahr 2023 im Durchschnitt 83,8 Jahre alt. Auf den ersten drei Plätzen liegen Japan (84,1), die Schweiz (84,3) und Spanien (84,0). Der Bericht verzeichnet zudem einen Anstieg der Lebenserwartung in Israel zwischen 2022 und 2023 – sowohl bei Frauen (von 84,8 auf 85,7) als auch bei Männern (von 80,7 auf 81,7). Dies sei, so das Ministerium, »ein außergewöhnlicher Anstieg«, der bislang nur in wenigen Ländern beobachtet worden sei. Außerdem verzeichnet Israel mit 134 Todesfällen pro 100.000 Einwohnern nach der Schweiz die zweitniedrigste vermeidbare Sterberate unter den OECD-Staaten.

Flüge
Nach zwei Jahren Krieg können Israel-Reisende aufatmen: Die Zahl der Flüge steigt, die Ticketpreise sinken. Mehrere ausländische Fluggesellschaften planen, ihre Präsenz am Flughafen Ben Gurion auszubauen. So kündigte United Airlines an, die Verbindung Tel Aviv – New York zu verstärken und ab November wieder Direktflüge nach Chicago und Washington aufzunehmen. Auch Etihad Airways aus Abu Dhabi will ihre Frequenz auf fünf tägliche Flüge erhöhen. Der irische Billigflieger Ryanair hingegen wird den Betrieb von und nach Israel im Winter nicht wieder aufnehmen. Als Grund nennt das Unternehmen, der Flughafen Ben Gurion habe sich geweigert, Ryanair die gewünschten Flugslots für die Sommersaison 2026 zuzuweisen.

Auszeichnung
Die Universität Tel Aviv (TAU) hat bekanntgegeben, die George-S.-Wise-Medaille an Steve Witkoff zu verleihen. Mit der Auszeichnung ehrt die Hochschule Führungspersönlichkeiten mit Vision und Einfluss für ihre außergewöhnlichen Verdienste um die Menschheit, das israelische Volk und den Staat Israel. »Sie wurden ausgewählt aufgrund Ihres unermüdlichen und erfolgreichen Einsatzes für die Freilassung der Geiseln, Ihrer bemerkenswerten Unterstützung der Familien und Ihres Engagements für Frieden und ein Ende des Krieges«, heißt es in der Begründung der TAU. Witkoff erklärte, er werde die Medaille »mit großem Stolz« entgegennehmen.

Fussball
Die Polizei hat am Sonntag das mit Spannung erwartete Derby zwischen den Tel Aviver Fußballrivalen Hapoel und Maccabi abgesagt, nachdem es im und um das Stadion zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Dabei wurden mindestens vier Menschen verletzt. Randalierer warfen Gegenstände, Leuchtraketen und Rauchbomben auf das Spielfeld, rund 30.000 Zuschauer mussten das Stadion verlassen. Die Gewalt ereignete sich nur wenige Tage, nachdem bekannt geworden war, dass aus Sicherheitsgründen keine Fans von Maccabi Tel Aviv zum Europa-League-Spiel im November in England zugelassen werden. Israel und der britische Premierminister Keir Starmer kritisierten die Entscheidung scharf. Doch während sich die Bedenken auf antiisraelische Proteste bezogen, dürfte die Fangewalt in Tel Aviv dem israelischen Anliegen kaum dienlich sein.

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