Kurzmeldungen

Kiew, Sand, Technologie

Benjamin Netanjahu und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Foto: imago images / ZUMA Press

Ukraine
Es war eine besondere Staatsvisite: Wenige Wochen vor der Knessetwahl am 17. September besuchte Premierminister Benjamin Netanjahu Anfang der Woche die Ukraine – als erster israelischer Regierungschef seit 20 Jahren. »Wir haben Hunderttausende israelische Bürger aus der Ukraine, die eine lebendige Brücke zwischen unseren beiden Ländern bilden«, sagte Netanjahu kurz vor der Abreise. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern war bisher schwierig, weil dort ukrainische Nationalisten, die im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis kollaboriert haben, bis heute als Unabhängigkeitskämpfer verehrt werden. Netanjahu traf sich in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und besuchte mit ihm auch die Gedenkstätte in Babi Jar, wo deutsche Truppen im September 1941 mehr als 33.000 Juden ermordeten.

Flieger
Fliegen per Batterie: Die israelische Firma »Eviation Aircraft« hat das erste vollelektrische Flugzeug entwickelt und auf der Paris Air Show im französischen Le Bourget vorgestellt, wie die Zeitschrift »Technology Review« berichtet. Das Flugzeug »Alice« soll nach Angaben der Hersteller mit einer einzigen Batterieladung neun Passagiere und zwei Piloten mit einer Geschwindigkeit von 445 Stundenkilometern bis zu 1050 Kilometer weit transportieren können. Omer Bar-Yohay, der Geschäftsführer von Eviation, rechnet mit 200 Dollar Betriebskosten pro Stunde, während kerosinbetriebene Kleinflugzeuge auf 600 bis 1000 Dollar kämen. Die ersten Testflüge müssen zwar erst noch stattfinden, aber laut einem Bericht der Zeitschrift »Fortune« hat die regionale amerikanische Fluggesellschaft »Cape Air« bereits jetzt 92 E-Flieger zum Preis von vier Millionen Dollar pro Stück bestellt.

Sand
In Aschkelon geht es derzeit märchenhaft zu. Dort findet in dieser Woche am Bar-Kochba-Strand erstmals das Internationale Sandskulpturenfestival statt. Dafür wurden 2000 Tonnen Spezialsand in die Küstenstadt transportiert. Zehn internationale Künstler, darunter die spanischen Sand-Bildhauer Montserrat Cuesta Marin und Sergio Ramírez Pérez, haben damit Figuren aus berühmten Kindermärchen (und Disney-Filmen) nachgebildet, wie etwa Aschenputtel, Rotkäppchen, Gulliver, die kleine Meerjungfrau, die Schöne und das Biest oder Aladdin. Der Bürgermeister von Aschkelon, Tomer Glam, freut sich: »Wir sind die Ersten, die ein solches internationales Festival präsentieren, aber ich bin sicher, dass es der Anfang einer Tradition ist, die noch viele Jahre andauern wird.« Die Skulpturen sind entlang der Uferpromenade in Aschkelon zu sehen. Das Festival läuft noch bis Freitag, den 23. August.

Technologie
Eine Delegation junger äthiopischstämmiger Israelis aus der Technologiebranche hat in der vergangenen Woche in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba am jährlichen Innovationswettbewerb »SolveIT« teilgenommen. Der Wettbewerb wurde von dem einheimischen Tech-Unternehmen »iCog Labs« veranstaltet und von der amerikanischen Botschaft in Addis Abeba sowie der »Japan International Cooperation Agency« finanziell gefördert. Sämtliche Teilnehmer der israelischen Delegation sind Mitglieder von »Tech-Career«, einer NGO, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Karrieren von äthiopischen Israelis im Technologiesektor zu fördern. Für den Wettbewerb in Addis Abeba qualifiziert hat sich die israelische Delegation mit zwei Innovationen: Die erste ist die Reise-App »BunaTrip«, die sowohl dabei hilft, äthiopische Geschäfte im Ausland zu finden, als auch äthiopische Israelis, die gerne Besucher bei sich aufnehmen möchten, mit der fünf Millionen zählenden weltweiten äthiopischen Diaspora in Verbindung bringt. Die zweite ist die App »Kube«, die die äthiopische Tradition, Kredite unabhängig von Banken innerhalb der Gemeinschaft aufzutreiben, in das elektronische Zeitalter hinüberretten soll. Mit der Teilnahme der israelischen Delegation an »SolveIT« ist auch die Hoffnung auf verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Israel und afrikanischen Staaten verbunden.

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