Geisel

Joshua Mollel wollte lernen

Joshua Mollel war Praktikant in Israel.

Geisel

Joshua Mollel wollte lernen

Der Tansanier war Landwirt und machte ein Praktikum in Israel, als er von der Hamas ermordet wurde

von Sabine Brandes  29.07.2025 16:48 Uhr

Er wollte der erfolgreichste Landwirt Tansanias werden. Doch die Träume von Jo­shua Mollel, 21, einem Praktikanten in der israelischen Landwirtschaft, wurden am 7. Oktober 2023 jäh zunichtegemacht, als ihn Hamas-Terroristen aus dem Kibbuz Nahal Oz entführten. Am 13. Dezember bestätigte Israel seinen Tod. Die Behörden teilten mit, dass sein Leichnam in Gaza festgehalten wird.

Tansanias Außenminister January Makamba erklärte, Mollel sei »unmittelbar nach seiner Entführung durch die Hamas getötet« worden. Ezekiel Kitiku, ein weiterer Praktikant aus Tansania, arbeitete ebenfalls in Nahal Oz. Er berichtete der BBC, dass er an diesem Tag, als die Sirenen ertönten und er Schutz suchte, Mollel eine Nachricht geschrieben hat. »Er antwortete mir, dass die Hamas auch die Schutzräume angreifen würde. Doch wenige Stunden später antwortete er nicht mehr.«

Mollel hatte vor, in Tansania einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb zu eröffnen.

Joshua Mollel, ältestes von fünf Kindern, hatte ein Diplom in Agrarwissenschaften an einem College in seinem Heimatland erlangt und war im September nach Israel gereist – es war seine erste Reise ins Ausland. Er arbeitete auf der Milchfarm des Kibbuz Nahal Oz und war begeistert, mehr über die Landwirtschaft zu lernen. Er hatte vor, in Tansania einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb zu eröffnen.

Kurz nach dem Angriff sprach sein Vater Loitu Sindoeni Mollel mit der BBC und erzählte, er habe Joshua zuletzt zwei Tage vor dem Angriff der Hamas gesprochen. »Ich sagte: ›Zeig dich von deiner besten Seite, denn du bist neu hier. Mach das Beste aus deinem Praktikum‹«, erinnerte er sich. Dann fügte er hinzu: »Mein Sohn ist kein Krieger. Er wollte nur lernen.«

Lesen Sie auch

Im Dezember 2023 flog er nach Israel und fuhr auch nach Nahal Oz, um die letzten Tage von Joshua zu rekonstruieren. Vor allem aber wollte er seine Solidarität mit den Familien der Geiseln zum Ausdruck bringen und der Hamas eine Botschaft senden: »Lasst alle Geiseln frei und gebt mir den Leichnam meines Sohnes zurück, damit wir ihn begraben können.«

Tel Aviv

Mit Einschränkungen: Israel nimmt reguläre Flüge wieder auf

Die Zahl der Abflüge und der Passagiere pro Flugzeug begrenzt. Bei Landungen von Rückholflügen am Ben-Gurion-Flughafen kam es derweil zu Vorfällen

 07.03.2026

Teheran/Tel Aviv

Israel greift Chameneis unterirdischen Bunker an

Ein Bunker im Herzen Teherans, genutzt von Irans Elite - jetzt war er Ziel eines israelischen Angriffs. Damit will Israel laut eigenen Angaben Irans Führung und deren Fähigkeiten weiter schwächen

 06.03.2026

Jerusalem

Ministerin will Sanktionen gegen israelische Justiz von Trump

Die Leiterin des Umweltressorts, Idit Silman, wendet sich auf X an den US-Präsidenten

von Sabine Brandes  06.03.2026

Alltag

Die Sache mit dem Duschen im Krieg

Die Webseite »canishower.com« will berechnen, wann das Risiko eines Raketenalarms gering genug ist, das Wasser aufzudrehen

von Sabine Brandes  06.03.2026

Nord-Israel

»Wir lassen uns nicht unterkriegen«

Lior Shelef ist Tourguide im Norden Israels. Doch jetzt hat er wieder die Uniform angezogen und beschützt als Chef des Sicherheitsteams seinen Kibbuz und seine Familie

 06.03.2026

Interview

»Wir haben die Lufthoheit«

Oberstleutnant (Reserve) Oren Leshem über die Erfolge der israelischen Luftwaffe, die Herausforderung für die Piloten und die Ziele im Iran-Krieg

von Detlef David Kauschke  06.03.2026

Sicherheit

Israel sieht erhöhte Anschlagsgefahr für seine Bürger im Ausland

Tausende Israelis sind derzeit im Ausland gestrandet. In den vergangenen Tagen sollen bereits Anschläge auf israelische Staatsbürger verhindert worden sein. Das Land spricht deshalb nun Warnungen aus

 06.03.2026

Israel

Schulen bleiben geschlossen

Während Schüler online unterrichtet werden, dürfen Unternehmen wieder Präsenzarbeit zuzulassen – unter einer Bedingung

 06.03.2026

Tel Aviv

»Michelle«: Israel stellt seinen Eurovision-Song 2026 vor

Das von Noam Bettan gesungene Lied kann man nun auch hören

 06.03.2026