Jerusalem

Israels Streitkräfte verzichteten auf Angriffe, um Geiseln zu retten

Israelische Soldaten an der Grenze zu Gaza Foto: copyright (c) Flash90 2025

Während des von der Hamas begonnenen Krieges verzichtete die israelische Armee (IDF) nach Angaben eines hochrangigen Geheimdienstoffiziers teilweise bewusst auf Angriffe gegen bestimmte Hamas- und Islamischer Dschihad-Terroristen in Gaza. Ziel war es, Informationen über den Verbleib israelischer Geiseln zu sichern und ihre Rettung zu ermöglichen. Dies geht aus einem Bericht »Jerusalem Post« hervor.

Der Offizier erläuterte, dass die Entscheidung, einzelne Terroristen nicht zu eliminieren, ein doppeltes Dilemma darstellte: »Soll man Sicherheitskräfte Terroristen töten lassen, um eine Gefahr zu beseitigen, oder gezielt abwarten, um aktuelle Informationen zu gewinnen?«, sagte der IDF-Geheimdienstmitarbeiter.

Besonders im Fall von Ran Gvili, der letzten israelischen Geisel, hätten die IDF trotz intensiver Ermittlungen zunächst keine Hinweise darauf, wo er sich befand. »Die Hamas wusste nie, wo er war. Auch der Islamische Dschihad hatte keine Informationen«, so der Offizier.

Herausforderungen verschiedener Art

Die Rettung von Gvili und anderer Geiseln sei ein Ergebnis der Arbeit von über 2000 Mitarbeitern der IDF gewesen. In den ersten Kriegswochen konnte die Armee den Status von rund 3000 vermissten Israelis auf 200 bis 300 unklare Fälle reduzieren. Bis Dezember 2024 war der Verbleib aller Geiseln und Vermissten geklärt.

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Der Offizier betonte, es habe unterschiedliche Herausforderungen bei Operationen zur Rettung lebender Geiseln im Vergleich zur Bergung von Leichen gegeben. Lebende Geiseln wurden häufiger bewegt, wodurch das Risiko ihrer Tötung durch Bewacher stieg. Diese Komplexität sei einer der Gründe, warum nur wenige Geiseln lebend hätten befreit werden können, während Dutzende von Leichen erfolgreich geborgen worden seien.

Zahlreiche Operationen hätten aufgrund sich ändernder Umstände oder falscher Informationen abgebrochen werden müssen. Nach einem Vorfall im Dezember 2023, bei dem drei Geiseln versehentlich getötet wurden, sei das Training für Soldaten in Gaza deutlich verschärft worden. Auch nach einem Vorfall im August 2024, als die Hamas sechs Geiseln ermordete, während die IDF in der Nähe operierten, seien die Standards für Operationen erhöht worden: Einsätze durften nur durchgeführt werden, wenn nicht nur ältere, sondern auch aktuelle Informationen über Geiseln vorlagen.

Der Offizier lobte die Arbeit des Geiseldienstzentrums als sehr erfolgreich, räumte jedoch auch Misserfolge ein. Einige geplante Rettungsaktionen scheiterten ihm zufolge trotz intensiver Vorbereitung. im

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