Jerusalem

Israels Parlament verabschiedet Rekordhaushalt

Foto: Flash 90

Mitten im anhaltenden Krieg hat die Knesset den Staatshaushalt für 2026 verabschiedet – und dabei über zusätzliche Mittel für ultraorthodoxe Einrichtungen einen politischen Konflikt ausgelöst. Das Budget umfasst rund 699 Milliarden Schekel (ca. 193 Milliarden Euro) und ist damit das größte in der Geschichte des Landes. Alle namhaften Medien in Israel berichteten.

Die Zustimmung kam erst zustande, nachdem sich die ultraorthodoxen Parteien kurzfristig hinter den Haushaltsentwurf gestellt hatten. Zuvor hatten sie ihre Unterstützung von Fortschritten bei der Befreiung ihrer Gemeinschaft vom Militärdienst abhängig gemacht.

Für besondere Brisanz sorgte ein taktischer Schritt der Regierungskoalition unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung. Eigene Änderungsanträge wurden kurzfristig eingebracht – ein Vorgehen, das üblicherweise der Opposition vorbehalten ist.

Versehentlich abgestimmt

Diese Anträge zielten darauf ab, zusätzliche Mittel für Jeschiwot und andere Einrichtungen des ultraorthodoxen Sektors freizugeben. Nach Darstellung von Regierungsvertretern handelte es sich nicht um neue Ausgaben, sondern um Gelder, die bereits im Koalitionsrahmen vorhanden gewesen seien, bislang aber blockiert waren.

Lesen Sie auch

Kritiker sehen darin jedoch eine Umgehung rechtlicher Vorgaben. Ein erheblicher Teil der Mittel war zuvor eingefroren worden, da es Streit über die Wehrpflicht sowie ein entsprechendes Urteil des Obersten Gerichts gegeben hatte.

Der Ablauf im Parlament sorgte auch für Verwirrung bei den Gegnern der Regierung. Bei einer ersten Abstimmung stimmten mehrere Oppositionsabgeordnete offenbar versehentlich für die umstrittenen Änderungen, die schließlich mit großer Mehrheit angenommen wurden.

Scharfe Kritik

Oppositionsführer Yair Lapid übte scharfe Kritik und sprach von einem beispiellosen Vorgehen. Die Koalition habe »in letzter Minute Hunderte Millionen Schekel für die ultraorthodoxen Parteien außerhalb des Haushaltsrahmens hinzugefügt«. Wörtlich sagte er: »Das ist eine erbärmliche Gruppe von Dieben, die den Bezug zur Öffentlichkeit verloren hat und die Bürger Israels ausraubt, während sie in Schutzräumen sitzen.«

Vertreter der Koalition verteidigten das Vorgehen hingegen und verwiesen darauf, dass es sich lediglich um eine technische Freigabe bereits vorhandener Mittel handle. Der Minister Zeev Elkin spottete über die Opposition, die den Schritt nicht rechtzeitig erkannt habe. Es sei bemerkenswert, dass rund 100 Abgeordnete letztlich für eine Aufstockung der Mittel für religiöse Bildungseinrichtungen gestimmt hätten.

Die endgültige Verabschiedung des Haushalts erfolgte in einer Ausweichsitzung unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. im

Tourismus

Chinesische Influencer für Israel

Vor dem Krieg reisten jährlich rund 150.000 Besucher aus dem Reich der Mitte in den jüdischen Staat. Die Regierung versucht nun, diese Zielgruppe zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  09.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  09.09.2026

26. Knesset

Die Unentschiedenen könnten die Wahl entscheiden

38 Parteien treten zur Knesset-Wahl an. Umfragen zufolge herrscht zwischen den Blöcken um Premier Netanjahu und der Opposition ein enges Patt

von Sabine Brandes  09.09.2026

Taglit

Emotionales Bootcamp mit Lior Raz

Israels Superstar kam kurz vor dem Start der fünften »Fauda«-Staffel nach Berlin, um sich für »Birthright« starkzumachen. Und für einen optimistischeren jüdischen Staat

von Sophie Albers Ben Chamo  09.09.2026

Israel

Israel stürzt im PISA-Ranking ab

Die Ergebnisse der Pisa-Studie 2025 zeichnen ein historisch schlechtes Bild des Bildungsniveaus israelischer Schüler

 09.09.2026

Reaktion

Israel schließt britisches Konsulat in Jerusalem

Die britische Labour-Regierung will einen härteren Kurs im Umgang mit Israels Siedlungspolitik einschlagen und beschließt Sanktionen. Nun reagiert Israel

 08.09.2026

Meinung

London belohnt die Verweigerungshaltung der Palästinenser

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  08.09.2026

Jerusalem

Gadi Eisenkot baut Vorsprung vor Netanjahu aus

Seine Partei Yashar könnte damit auf eine Mehrheit von 61 Sitzen kommen, ohne auf arabische Parteien angewiesen zu sein.

 08.09.2026

Luftfahrt

Delta und United fliegen wieder nach Israel

Auch europäische Linien bereiten eine Wiederaufnahme ihrer Routen zum Ben-Gurion-Flughafen vor

 08.09.2026